Gericht will Shell zur Reduktion der CO2-Emissionen zwingen

27. Mai 2021 14:03

Den Haag - Shell muss in seinem niederländischen Heimatmarkt seine CO2-Emissionen bis 2030 um 45 Prozent senken. Der Konzern ist dabei auch für die Emissionen seiner Kunden und Lieferanten verantwortlich. Ein Gericht hat einer entsprechenden Klage von Milieudefensie stattgegeben.

Der niederländische Zweig der internationalen Umweltschutzorganisation Friends of the Earth hat vor einem Gericht in Den Haag einen Sieg über den niederländisch-britischen Ölkonzern Shell errungen. Das Gericht verurteilt Shell dazu, seinen CO2-Ausstoss bis 2030 um 45 Prozent zu verringern, heisst es in der Mitteilung von Milieudefensie. Dabei wird auch der Ausstoss der Kunden und Zulieferer von Shell einbezogen. 

Das Gericht begründet seinen Entscheid damit, dass der CO2-Ausstoss das Menschenrecht auf Leben und auf ungestörtes Familienleben bedrohe. Die derzeitigen Pläne von Shell zur Verringerung seines CO2-Ausstosses seien nicht konkret genug.

Aus der Sicht des Anwalts Roger Cox, der die Organisation vor Gericht vertreten hat, ist der Entscheid ein Wendepunkt in der Geschichte. „Dieser Fall ist einzigartig, weil ein Richter erstmals ein Unternehmen dazu verurteilt hat, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten“, wird Cox in der Mitteilung zitiert. „Dieser Entscheid kann grosse Folgen für andere grosse Verschmutzer haben.“ Sara Show von Friends of the Earth International hofft, dass dieses Urteil nun eine Welle von Klagen gegen grosse CO2-Ausstosser auslöst.

Zu den Klägern gehören neben Milieudefensie unter anderem auch Greenpeace Niederlande sowie 17‘000 niederländische Bürgerinnen und Bürger.

Shell will dieses Urteil anfechten. Das Unternehmen verweist dabei auf seine eigenen Klimaschutzmassnahmen. Das Unternehmen investiere Milliarden Dollar in Energien mit geringem CO-Ausstoss. „Wir werden unseren Fokus auf diese Anstrengungen fortsetzen und erwarten, dass wir gegen die heutige enttäuschende Gerichtsentscheidung Berufung einlegen werden“, wird Shell-Geschäftsleitungsmitglied Harry Brekelmans in einer Mitteilung zitiert. stk

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