Genfer S-Bahn ist gestartet

16. Dezember 2019 10:25

Genf - Der Léman Express ist das grösste grenzüberschreitende S-Bahnnetz Europas. Mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag hat er seinen Betrieb aufgenommen. Die ersten Tage sind allerdings vom landesweiten Streik in Frankreich überschattet.

Nun hat auch Genf sein regionales S-Bahnnetz. Der Léman Express hat mit dem Fahrplanwechsel am Sonntag den Betrieb aufgenommen. Er verbindet zwischen Coppet VD, Annecy, Evian und St.Gervais in Hochsavoyen und Bellegarde im Departement Ain insgesamt 45 Bahnhöfe und weist eine Gesamtlänge von 230 Kilometern auf. Auf den sechs Linien sollen laut einer Mitteilung werktags 240 Züge unterwegs sein.

Der Léman Express verkürzt die Reisezeit namentlich in das französische Umland massiv. So wird die Reisezeit mit dem öffentlichen Verkehr von Genf-Cornavin nach Annemasse auf 22 Minuten mehr als halbiert.

Der Start der neuen S-Bahn wird allerdings von Streiks in Frankreich überschattet. „Aufgrund eines berufsübergreifenden nationalen Streiks wird der Eisenbahnverkehr auf dem französischen Teil des Léman Express vom 15. Dezember 2019 an stark gestört sein“, heisst es in einer Mitteilung von Léman Express.

Die jüngste Schweizer S-Bahn hat zugleich die längste Geschichte. Bereits 1881 haben die Schweiz und Frankreich einen Staatsvertrag über eine Bahnlinie zwischen Genf und Annemasse abgeschlossen. Allerdings fehlte für die Anbindung ans Schweizer Netz eine kurze Strecke auf Genfer Boden zwischen La Praille und Eaux Vives. Ein weiterer Staatsvertrag von 1912 sah diese Anbindung vor. Doch erst in den 90er Jahren wurden auf Anregung des Genfer Ingenieurs Martin Graf die Planungen wieder aufgenommen. Unter Bundesrat Moritz Leuenberger einigte sich die Schweiz 2003 mit Frankreich auf die Finanzierung des Baus. Unter Bundesrätin Doris Leuthard wurde 2011 mit dem Bau begonnen. stk

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