Genf holt Energie aus dem See

02. Oktober 2019 11:57

Genf - Das grösste je in Genf gebaute Heizkraftwerk soll jährlich rund 70.000 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden. GeniLac nutzt Wasser aus dem Genfersee und erneuerbare Elektrizität. Das rund 800 Millionen Franken schwere Projekt wird von den Genfer Stadtwerken SIG realisiert.

Der Kanton Genf will den Verbrauch fossiler Brennstoffe pro Einwohner bis 2023 um 39 Prozent senken, informieren die Genfer Stadtwerke (SIG) in einer Mitteilung. Ihr geothermisches Projekt GeniLac soll in hohem Mass zum Erreichen dieser Zielsetzung beitragen. Bis 2035 soll GeniLac zudem die CO2-Emissionen des Kantons um 70.000 Tonnen pro Jahr reduzieren.

GeniLac wird dem Genfersee in einer Tiefe von 45 Metern Wasser mit einer durchschnittlichen Temperatur von 7 Grad Celsius entnehmen, informiert SIG. In einer Pumpstation fliest dieses durch einen Wärmetauscher und wird über unterirdische Leitungen zu den angeschlossenen Gebäuden geleitet. Das von SIG geplante rund 30 Kilometer lange unterirdische Netz wird sich dabei vom Zentrum Genfs bis zum Viertel Etang in Meyrin erstrecken und den Flughafenbereich sowie Vernier, Grand-Saconnex, Bellevue und Pregny-Chambésy versorgen. Auf der linken Seeseite ist ein Ausbau zum PAV-Viertel, Praille Acacias Vernet und dem Universitätsspital (HUG) geplant.

Die Bauarbeiten für GeniLac werden voraussichtlich bis 2035 andauern, als Kosten sind 800 Millionen Franken veranschlagt. „Es ist notwendig, dass der Kanton Genf seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen im Gebäudesektor, der fast die Hälfte der Treibhausgasemissionen ausmacht, reduziert“, wird der Regierungspräsident des Kantons Genf, Antonio Hodgers, in der Mitteilung zitiert. „GeniLac ist ein Schlüsselelement der kantonalen Energiestrategie zur Bekämpfung der globalen Erwärmung.“ hs

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