Genetische Vielfalt einer Pflanzenart macht sie resistenter

05. November 2020 14:59

Zürich - Die genetische Vielfalt sollte als nachhaltige Methode zur Schädlingskontrolle im Ackerbau mit einbezogen werden. So lautet eine Empfehlung von Ökologinnen der Universität Zürich. Im Umkehrschluss zeigt ihre Studie, dass der Verlust von Biodiversität Pflanzen anfälliger für Krankheitserreger macht.

Eine Studie von Ökologinnen der Universität Zürich (UZH) hat nachgewiesen, dass der Verlust der genetischen Vielfalt innerhalb einer Pflanzenart diese anfälliger für Infektionen und Artensterben macht. Die Resultate dieser Studie unterstreichen die Bedeutung von Biodiversität innerhalb einer Art. Umgekehrt legt sie die Vermutung nahe, dass der Verlust der genetischen Vielfalt Pflanzen anfälliger für Infektionen und Artensterben machen. Die Zerstörung natürlicher Lebensräume durch den Menschen dezimiere zunehmend die genetische Vielfalt natürlicher Populationen, heisst es in einer Medienmitteilung der UZH. 

Die Untersuchung an je 80 Klonen von vier verschiedenen Spitzwegerich-Varianten hat zutage gefördert, dass Individuen derselben Art und Population verschieden stark und in unterschiedlicher Zusammensetzung von Viren befallen werden. Die Ergebnisse zeigten, dass sich der Grossteil der beobachteten Variation durch genetische Unterschiede zwischen den Wirtspflanzen erklären lässt. „Obwohl wir vermutet hatten, dass der Genotyp eine Rolle spielt, waren wir sehr überrascht, dass er sich als wichtigster Faktor herausstellte“, so Professorin Anna-Liisa Laine vom UZH-Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften.

Ebenfalls von Bedeutung war die unmittelbare Umgebung. Dagegen spielten andere Faktoren wie Grösse und Pflanzenfresser nur eine untergeordnete Rolle. Dies zeigt laut Professor Laine „erstmals, dass genetische Unterschiede, höchstwahrscheinlich in den Immungenen, entscheidend dafür sind, wie sich diese verschiedenen Gemeinschaften von Krankheitserregern innerhalb der Wirte zusammensetzen.

Weil also genetische Unterschiede Pflanzen – und übrigens auch Tiere – krankheitsresistenter machen können, empfiehlt Laine, dies bei der Schädlingsbekämpfung zu berücksichtigen: „Die genetische Vielfalt sollte als nachhaltige Methode zur Schädlingskontrolle in Ackerbausystemen mit einbezogen werden. Nicht nur für einzelne Schädlinge, sondern für ganze Gemeinschaften von Krankheitserregern.“ mm

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