Gebäude im Kanton Zürich sollen CO2-neutral werden

08. Mai 2020 15:07

Zürich - Neubauten im Kanton Zürich sollen künftig CO2-neutral geheizt und gekühlt werden. Ausserdem sollen sie einen Teil des benötigten Stroms selbst erzeugen. Das sieht ein Vorschlag des Regierungsrates vor. Die Zürcher Handelskammer kritisiert die Vorlage als planwirtschaftlich und zu teuer.

Insgesamt 40 Prozent des CO2-Ausstosses im Kanton Zürich gehen auf Gebäude zurück. Das soll sich ändern. Der Regierungsrat hat am Freitag entsprechende Änderungen im kantonalen Energiegesetz vorgeschlagen. Dabei orientiert er sich an den Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEN 2014). Die Änderungen sehen vor, dass neue Gebäude künftig CO2-neutral geheizt und gekühlt werden sollen. Ausserdem sollen Neubauten einen Teil des Stroms, den sie benötigen, selbst erzeugen, namentlich durch Photovoltaikanlagen auf dem Dach oder in der Fassade.

Auch der CO2-Ausstoss von Altbauten soll gesenkt werden. Die Vorlage der Regierung sieht vor, Öl- und Gasheizungen beim Ersatz durch klimaneutrale Anlagen wie Wärmepumpen zu ersetzen. Nur wenn die klimaneutrale Wärmeversorgung über die Lebensdauer mehr als 5 Prozent mehr kostet als fossile Anlagen, dürfen wieder Öl- und Gasheizungen eingebaut werden, erläutert die Regierung in einer Mitteilung.

Der Ersatz fossiler Heizungen in Altbauten soll durch Förderbeiträge unterstützt werden. Dafür stehen für die Jahre 2020 bis 2023 insgesamt 180 Millionen Franken zur Verfügung. Der Kantonsrat hat in diesem Zusammenhang im März einen Rahmenkredit in Höhe von 33 Millionen Franken bewilligt. Damit werden zusätzliche Mittel aus der CO2-Abgabe des Bundes verfügbar.

Die Zürcher Handelskammer (ZHK) ist mit dem Ziel der Vorlage einverstanden, den Energieverbrauch von Gebäuden niedrig zu halten. Allerdings kritisiert sie den Ansatz des Regierungsrates als planwirtschaftlich und zu teuer. „Zielführender wären marktwirtschaftliche Instrumente“, schreibt sie in einer Mitteilung. Immobilieneigentümer sollten selber entscheiden, mit welchen Massnahmen sie den CO2-Ausstoss der Gebäude senken wollten. 

„Die ZHK ist erstaunt, dass der Regierungsrat seine Energiegesetz-Änderung als wirtschaftliches Impulsprogramm bezeichnet.“ Denn Subventionen müssten dem Wirtschaftskreislauf entzogen werden, die Förderung der einen Branche erfolge auf Kosten anderer Branchen. stk 

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