Frauen schaffen Doppelwahl in den Bundesrat

Frauenpower in Bern: FDP-Frauen freuen sich mit der Zürcher FDP-Nationalrätin Regine Sauter (Mitte) über die Doppelwahl von Amherd und Keller-Sutter in den Bundesrat. Bild: zVg

So undramatisch sind Bundesratswahlen schon lange nicht mehr gewesen: Die Walliser CVP-Nationalrätin Viola Amherd wurde mit 148 von 240 gültigen Stimmen gewählt, die St.Galler FDP-Ständerätin Karin Keller-Sutter sogar mit 154 von 237 gültigen Stimmen, beide bereits im ersten Wahlgang. Damit gehören erstmals seit dem Abgang von Eveline Widmer-Schlumpf wieder drei Frauen dem Bundesrat an.

Die Parteien der beiden neuen Bundesrätinnen gratulieren. Viola Amherd werde als Mittepolitikerin die Werte der CVP im Bundesrat bestens vertreten, schreibt die CVP in einer Mitteilung. „Sie wird den Herausforderungen des Landes mit tragfähigen und zukunftsgerichteten Lösungen begegnen.“ Karin Keller-Sutter habe mit einem „beispiellosen politischen Leistungsausweis“ gepunktet und sei in der Wirtschaft bestens verankert, so die FDP in einer Mitteilung. „Somit konnte sie heute mit ihren fundierten Dossierkenntnissen, ihrer überzeugenden Persönlichkeit, ihren ausgewiesenen Führungskompetenzen und ihren breiten Sprachkenntnissen punkten.“

Der scheidende Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann nannte in seiner Abschiedsrede drei Eigenschaften, die aus seiner Sicht in der Politik wichtig seien: Ehrlichkeit, Rechtzeitigkeit und drittens Mut, die Reihen zu schliessen, wenn es darauf ankommt. „Zur Ehrlichkeit in der Politik gehört, das Wichtige so zu benennen, wie es ist – nicht so, wie es einem besser passt“, so Schneider-Ammann. „Zur Rechtzeitigkeit: Das Gegenteil von rechtzeitig ist, bei unangenehmen Fragen ein bisschen Zeit zu schinden, und noch ein bisschen, bis es zu spät ist.“ Und schliesslich brauche es den Mut, „sich zusammenzutun, wenn Lösungen im Vordergrund stehen und nicht die eigene Profilierung“.

Der Bundesrat wird am Freitag über die Verteilung der Departemente entscheiden. Mit dem Abgang von Doris Leuthard und Johann Schneider-Ammann werden das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation sowie das Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung frei. stk