Frauen könnten höheres Rentenalter akzeptieren

27. Mai 2019 15:16

Bern - Die Frauenverbände könnten zu einer Anhebung des Rentenalters für Frauen auf 65 Jahre bereit sein, sagt Kathrin Bertschy in einem Interview. Dafür müssten die Frauen auch bei den Löhnen und der Vorsorge gleichgestellt werden, so die Co-Präsidentin der Alliance F.

Der Bundesrat arbeitet derzeit an der nächsten AHV-Revision. Dabei dürfte auch die Anhebung des Rentenalters für Frauen von heute 64 auf 65 Jahre auf die Agenda kommen. Alliance F könnte einer solchen Gleichstellung beim Rentenalter zustimmen, allerdings nur unter Bedingungen. „Männer und Frauen sollen gleich lange arbeiten – einfach zu gleichen Löhnen und mit gleichwertiger Vorsorge“, sagt Kathrin Bertschy in einem Interview mit der „NZZ am Sonntag“. 

Heute benachteiligten die Pensionskassen typische Erwerbsbiografien von Frauen, sagt die Berner GLP-Nationalrätin und Co-Präsidentin des Dachverbandes der Frauenorganisationen. So erhielten sie wegen des fixen Koordinationationsabzuges oft weniger Sparbeträge und kleinere Renten. Zudem sollte das Pensionskassenguthaben bei Ehepartnern ähnlich wie schon bei der AHV in zwei gleichen Teilen gutgeschrieben werden. Zudem sollten bisher benachteiligte Frauen mit einer Zusatzzahlung von 140 Franken pro Monat bessergestellt werden. 

Das heutige Steuer- und Sozialsystem sei in der Nachkriegszeit entworfen worden, als Frauen noch nicht stimmberechtigt waren. Es dränge Frauen mit hohen Steuern auf Zweiteinkommen und teurer Kinderbetreuung in überholte Rollenmodelle, so Bertschy. stk

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