Frankfurt sieht sich als grössten Brexit-Gewinner

22. Juni 2020 15:28

Frankfurt - Der Finanzplatz Frankfurt hat im internationalen Vergleich durch den Brexit an Bedeutung gewonnen, heisst es in einer Medienmitteilung von Frankfurt Main Finance. Am 23. Juni jährt sich das britische Brexit-Votum zum vierten Mal.

Der Finanzplatz Frankfurt liegt laut Frankfurt Main Finance jetzt im internationalen Vergleich auf Platz 13 der führenden Finanzzentren der Welt. Vor dem Brexit-Votum in Grossbritannien war es Platz 18. Das hat abgesehen vom Prestigegewinn auch praktische Auswirkungen. Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance, erklärt in einer Mitteilung: „2019 waren bereits rund 1500 neue Arbeitsplätze entstanden. Sobald der Brexit wirklich kommt, noch ist er ja nicht da, werden noch etwa 2000 neue Arbeitsplätze dazukommen – durch die Corona-Pandemie möglicherweise allerdings verzögert. Jeder dieser neuen Arbeitsplätze sorgt für rund acht weitere. Das hat man sonst nur noch bei Hochtechnologie.“  Leider habe man es allerdings nicht geschafft, die Europäische Bankenaufsicht an den Main zu holen.

Dennoch sei der Finanzplatz wichtiger geworden. Rund 60 Finanzinstitute haben erfolgreich Anträge bei der Finanzaufsicht gestellt, ihr Geschäft in Frankfurt auf- oder auszubauen. Rund 30 davon werden aus Frankfurt heraus ihre Europazentrale betreiben - davon die überwiegende Zahl der großen amerikanischen Banken, vier der fünf grössten japanischen Banken, zwei der vier grössten britischen Banken.

Frankfurts Bürgermeister und Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU), zugleich Mitglied des Präsidiums von Frankfurt Main Finance, erklärt: „Von Banken, die sich auf den Brexit vorbereitet haben, wurden 2018 und 2019 über eine Milliarde Euro in Frankfurt investiert. Das kann man in der Stadt sehen! Unter den 100 grössten Gewerbesteuerzahlern der Stadt Frankfurt ist mehr als jeder achte ein Kreditinstitut aus dem Ausland.“

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erklärte, er „bedaure den Brexit ausdrücklich“. Hessen sei aber entschlossen, die sich daraus ergebenden Chancen weiterhin zu nutzen. Bouffier: „Der Finanzplatz Frankfurt hat vom Austritt profitiert und wird es vermutlich auch weiterhin tun. Er gehört bereits jetzt schon zu den führenden Finanzzentren in der Welt. Wir arbeiten daran, dass das so bleibt.“ gba

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