Forscher sagen Trockenperioden voraus

Das von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zusammen mit MeteoSchweiz und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entwickelte komplexe hydrologische Modell stützt seine Prognosen auf Echtzeitdaten, erläutert der Schweizerische Nationalfonds (SNF) in einer Mitteilung. Das Projekt wurde im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms Energiewende des SNF realisiert. Mit dem entwickelten Modell sind erstmals zuverlässige Vorhersagen eines Wassermangels über einen Zeitraum von bis zu drei Wochen möglich.

„Mit dem Klimawandel werden Trockenperioden voraussichtlich häufiger, intensiver und länger“, wird Projektleiter Massimiliano Zappa von der WSL in der Mitteilung zitiert. Wenn sie rechtzeitig genug erkannt werden, können Wasserkraftwerke, Landwirtschaft und Binnenschifffahrt sich entsprechend vorbereiten. „Bislang wurden Vorhersagen über einen so langen Zeitraum jedoch aufgrund der hohen Komplexität und enormen Datenmengen nicht regelmässig erstellt“, erläutert Zappa.

Das neue Modell setzt die Betreiber von Wasserkraftwerken in den Stand, die Wasserverfügbarkeit für jeden Tag im Prognosezeitraum abzuschätzen. „Speicherkraftwerke können um bis zu 4 Prozent höhere Erträge erwirtschaften, wenn sie, gestützt auf hydrologische Langzeitprognosen, das verfügbare Wasser optimal einsetzen“, erläutert Frédéric Jordan, CEO des Industriepartners Hydrique Ingénieurs, in der Mitteilung. Dies sei „für die unter Druck geratene Wasserkraftbranche sehr bedeutsam“. hs