Forscher hören Kommunikation von Zellen ab

26. Juli 2019 09:42

Zürich - Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich haben eine Methode entwickelt, mit der die Kommunikation einzelner Zellen miteinander untersucht werden kann. Mit dieser könnten viele Fragestellungen von Biologen beantwortet werden.

Die Kommunikation von Zellen ist nötig, damit der Körper funktionieren kann. Sie wird etwa für die Funktion von Gehirn, Muskeln oder dem Verdauungssystem gebraucht. Auch das Immunsystem sendet Signale aus, wenn es eine kranke Zelle erkennt. So kann es die Immunabwehr mobilisieren. Wenn bei der Kommunikation zwischen Zellen etwas falsch läuft, führt dies zu Krankheiten, etwa Krebs oder Autoimmunerkrankungen. „Deshalb ist es wichtig, zu erforschen, welche Signale die Zellen in welcher Situation aussenden“, erklärt Morteza Aramesh, Biophysiker an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), in einer Mitteilung.

Bisher war es nur möglich, die Kommunikation einer ganzen Population von hunderten oder tausenden Zellen zu untersuchen. Für einzelne Zellen waren die bisher genutzten Methoden nicht empfindlich genug. Forscher der ETH haben dies nun geändert. Mit ihrer Methode kann erstmals auch die Kommunikation einzelner Zellen unter die Lupe genommen werden. Derzeit können mit der Methode nur einzelne Signalstoffe erkannt werden. „Unser Ziel ist, dass wir schliesslich alle Signale einer Zelle analysieren können“, sagt Janos Vörös, Leiter des Labors für Biosensoren und Bioelektronik der ETH.

Mit der Methode erhalten Biologen neue Möglichkeiten, um das Verhalten von Zellen zu untersuchen, erklärt Vörös weiter. Dies hilft nicht nur, um Unterschiede zwischen kranken und gesunden Zellen zu erkennen. Mit der Methode kann auch die Entwicklung von Stammzellen untersucht werden. Sie könnte aber auch helfen, die  Frage zu beantworten, ob sich Zellen im Labor genauso verhalten wie im Körper. ssp

Aktuelles im Firmenwiki