Forscher entwickeln Miniaturgerät für Augenchirurgie

13. September 2019 11:23

Lausanne/Neuenburg - Wissenschaftler der Eidgenössischen Technische Hochschule Lausanne haben ein beispielloses Miniaturgerät mitentwickelt. Damit kann erstmals ein Verschluss der Netzhautvenen behandelt werden.

Ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) hat an der Entwicklung eines bahnbrechenden Operationsgeräts mitgewirkt. Es wurde jetzt beim Forschungstag der EPFL Neuenburg vorgestellt. Damit ist erstmals die Behandlung des Netzhautvenenverschlusses möglich. Laut einer Medienmitteilung können Ärzte nun mittels eines mikroskopischen Glasgeräts erstmals mit beispielloser Genauigkeit in die Netzhautvenen injizieren. Es wurde mit zwei EPFL-Labors – Instant Lab und Galatea –, dem Augenspital Jules-Gonin in Lausanne und dem Tessiner FEMTOprint entwickelt. 

„Wir wollten eine chirurgische Methode zur Behandlung des Netzhautvenenverschlusses entwickeln, der auftritt, wenn die Hauptader, die das Blut vom Auge wegträgt, blockiert ist“, erklärt Professor Thomas J. Wolfensberger, Chefarzt am Jules-Gonin-Krankenhaus. Ein solcher Verschluss reduziert die Sauerstoffmenge, was zu einem plötzlichen Sehverlust führen kann. Über 16 Millionen Menschen sind weltweit davon betroffen, vor allem ältere.

„Eines der grössten Probleme, mit denen wir konfrontiert waren, ist, dass ist schwierig ist, die Nadel ohne Überpunktion in die Vene zu bekommen, weil die Venen so klein und ihre Wände so dünn sind. Es ist, als ob man ein Loch in eine Holzbohle bohren möchte, aber nicht will, dass das Loch bis zum Anschlag durchgeht“, beschreibt Charles Baur, Senior Scientist bei Instant Lab, die Herausforderung.

Die monolithische Struktur des Mikrogeräts wurde von Galatea entwickelt und von FEMTOprint mit dem hochpräzisen 3D-Druckverfahren des Unternehmens und dem ultraschnellen Laser hergestellt.

Jetzt stehen präklinische Studien an, um die notwendige Zertifizierung zu erhalten. Die Produktionsstufe wird „eine relativ hohe Investition“ erfordern, so Baur. „Ich hoffe wirklich, dass das Gerät eines Tages zu einem nützlichen Werkzeug für Augenärzte wird.“ mm

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