Forscher entdecken Therapieansatz für unheilbaren Blutkrebs

27. November 2019 14:32

Zürich - Die akute lymphoblastische Leukämie ist bei Kindern oft unheilbar. Forscher der Universität Zürich und des Universitäts-Kinderspitals Zürich haben nun eine neue Entdeckung gemacht, welche helfen könnte, gezielte Therapien zu entwickeln.

Die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) ist eine Form von Blutkrebs, die vor allem Kinder und Jugendliche betrifft und oft unheilbar ist. Forscher der Universität Zürich und des Universitäts-Kinderspitals Zürich haben nun einen Weg gefunden, die treibende Kraft dieser Leukämie auf molekularer Ebene auszuschalten.

Konkret haben die Forscher ein Protein namens TCF3-HLF genauer unter die Lupe genommen. „Unsere Forschungsarbeiten zeigen, dass das abnorme Protein an fast 500 regulatorische Abschnitte im Erbgut der menschlichen Leukämie-Zellen bindet. Dadurch werden Hunderte von Genen fälschlicherweise aktiviert“, erklärt Yun Huang, Erstautor der Studie, in einer Mitteilung. Die Forscher fanden zudem heraus, dass das abnorme Protein nicht alleine agiert, sondern über 100 weitere Proteine um sich sammelt, die bei der Aktivierung der Gene mithelfen. Sie haben dann die Funktion der einzelnen Proteine dieser Maschinerie untersucht und konnten dabei therapeutisch angreifbare Schlüsselkomponenten identifizieren.

Experimente mit Mäusen haben gezeigt, dass etwa das Protein EP300 ein vielversprechender Angriffspunkt für eine Therapie ist. In Mäusen, die menschliche Leukämiezellen in sich trugen, starben die bösartigen Zellen nach Gabe einer entsprechenden Therapie ab. „Es ist also im Prinzip möglich, die fundamental treibende Kraft dieser Leukämie direkt auszuschalten und somit eine gezielte Therapie zu entwickeln“, sagt Forschungsgruppenleiter Jean-Pierre Bourquin. Nun müssten entsprechende Therapien genauer erforscht werden. „Da auch andere Leukämien durch ähnliche Mechanismen entstehen, lässt sich dadurch möglicherweise auch ein gemeinsamer Nenner identifizieren, um neue Medikamente gegen Krebs zu entwickeln”, fügt die Universität hinzu. ssp

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