Forscher durchleuchten Injektionsnadeln

28. Mai 2018 13:01

Villigen AG - Forscher am Paul Scherrer Institut haben in Zusammenarbeit mit Kollegen von der Universität Basel und Roche die Nadeln von Fertigspritzen mit Neutronen durchleuchtet. Dabei wurde aufgezeigt, wie unsachgemässe Lagerung die Kanülen verstopfen kann.

Bei bereits vorgefüllten medizinischen Spritzen kann unsachgemässe Lagerung zu einer Verstopfung der Nadel führen. Eine Gruppe von Forschern des Paul Scherrer Instituts (PSI), der Universität Basel und des Pharmaunternehmens Roche hat nachgewiesen, dass dies auf zu hohe Temperaturen zurückzuführen ist. Dazu wurden die Injektionsnadeln solcher Spritzen mit Neutronen durchleuchtet. 

„Neutronen eignen sich für diese Fragestellung bestens, denn sie durchdringen die Metallnadel fast ungehindert, werden aber an Wasserstoffatomen, wie sie beispielsweise in Wasser vorkommen, von ihrer geraden Bahn abgelenkt“, erläutert PSI-Forscher Christian Grünzweig, in der entsprechenden Mitteilung des PSI. Etwaige in die Nadel eingedrungene Flüssigkeit wird über die Neutronen so sichtbar. 

Für ein dreidimensionales Bild einer verstopften Kanüle fertigten die Forscher mehrere Neutronenbilder aus verschiedenen Winkeln an und liessen diese vom Computer digital zusammensetzen. Die darauf erkenntlichen schrägen und gezackten Risse durch das Material zeigten eindeutig, „dass der Pfropf in der Nadel fest ist; dass also in diesem Fall tatsächlich der flüssige Anteil verdunstet und der Wirkstoff fest geworden ist“, sagt PSI-Forscher David Mannes in der Mitteilung. 

In einer Testreihe von 60 Spritzen waren 30 Spritzen sachgemäss bei 5 Grad Celsius und die anderen 30 bei 40 Grad Celsius gelagert worden. Die Neutronenbilder machten sichtbar, dass in den kühl gelagerten Spritzen keine Flüssigkeit in die mit Luft gefüllten Kanülen vorgedrungen war. In den zu warm gelagerten Spritzen war die Flüssigkeit dagegen in 28 Fällen in die Kanüle eingedrungen. hs

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