Forscher analysieren Nano-Medikamente

14. Januar 2020 09:50

St.Gallen - Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) untersuchen die Risiken der Nanomedizin. Dabei wird analysiert, ob Bestandteile von auf Nanotechnologie basierenden Medikamenten in der Umwelt Schaden anrichten können.

Nano-Diamanten werden in der Medizin eingesetzt, um die Blut-Hirnschranke zu überwinden. Nano-Goldpartikel werden für den Kampf gegen Krebserkrankungen genutzt. Während bereits bekannt ist, dass herkömmliche Medikamente in die Umwelt gelangen und dort Schäden anrichten können, ist über die Folgen der Nano-Medikamente bislang noch wenig bekannt. Dies möchten St.Galler Forscher um Bernd Nowack von der Empa-Abteilung Technologie und Gesellschaft nun ändern, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Sie beteiligen sich am interdisziplinär angelegten internationalen Forschungs- und Innovationsprojekt BIORIMA, welches vom EU-Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon2020 unterstützt wird. Dabei wird ein Risikomanagement von Nano-Biomaterialien für Mensch und Umwelt erarbeitet.

Bestandteile von herkömmlichen Medikamenten verlassen den Körper, gelangen in Kläranlagen und somit ins Wasser beziehungsweise die Biosphäre. Dabei können sie durch Zersetzung ihre Eigenschaften verändern. Um die Folgen und somit die Risiken zu analysieren, werden pharmakologische Studien, Analysen von Materialflüssen und mathematische Umweltmodelle genutzt. „Für die meisten Nanobiomaterialien sind bisher keine verlässlichen Schätzungen über die Menge der freigesetzten Partikel vorhanden“, wird Nowack hierzu zitiert. 

Auf Basis seiner bisherigen Arbeit kann Nowack aber teilweise schon Entwarnung geben. „Derzeit kann man davon ausgehen, dass Nano-Gold in medizinischen Anwendungen keine Probleme verursacht.“ Bei anderen Nano-Materialien müssen die weiteren Analysen dies erst noch zeigen. So könnte der antibakterielle Effekt von Nano-Silber das Gleichgewicht eines Ökosystems schädigen, da das Material giftig für Mikroorganismen ist. „Es ist davon auszugehen, dass sich die biologischen, chemischen und physikalischen Eigenheiten vieler Nanomaterialien möglicherweise deutlich von den Eigenschaften anderer Medikamente unterscheiden“, sagt Nowack. jh

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