Forschende wollen Grippeviren besser verstehen

23. Januar 2020 12:25

Zürich/Lausanne - Forschende von Schweizer Hochschulen wollen herausfinden, warum Grippeviren vor allem im Winter stabil und aktiv sind. Dafür hat sich ein interdisziplinäres Forschungsteam zusammengeschlossen.

Welche Rolle spielt die kalte Jahreszeit bei der Verbreitung und Übertragung von Grippeviren? Das möchte ein interdisziplinäres Forschungsteam der Universität Zürich (UZH) sowie der Eidgenössischen Technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL) herausfinden. Das Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert.

Wie genau Grippeviren zwischen einzelnen Personen übertragen werden, ist noch nicht vollständig erforscht. Bekannt ist, dass der direkte Kontakt mit einer infizierten Person oder Tröpfchen (Aerosolpartikel), die beim Atmen entstehen, eine Rolle spielen. Doch ist laut einer Medienmitteilung der UZH noch wenig über den Einfluss von Umweltfaktoren wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit bekannt. Bei Trockenheit im Winter sind die Grippeviren stabiler und breiten sich dadurch leichter aus. „Was wir aber nicht kennen, ist der Mechanismus, der sich dahinter versteckt“, erklärt Silke Stertz, Professorin am Institut für Medizinische Virologie der UZH. „Wir möchten herausfinden, was mit den Viren unter solchen winterlichen Bedingungen im Vergleich zu sommerlichen Bedingungen genau passiert.“ 

Die Resultate des Projekts könnten vor allem für die Prävention hilfreich sein. „Eine Idee wäre, bereits bei der Gebäudesanierung umzudenken“, so Silke Stertz. „Viele Räumlichkeiten in der Schweiz sind meistens zu trocken; es könnte präventiv die Luftfeuchtigkeit erhöht werden.“ mm

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