Forschende schaffen Durchbruch des Jahres

10. November 2020 11:17

Zürich - Fünf Arbeiten von Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) sind am Montag bei der Berliner Falling Walls Conference als Durchbruch des Jahres ausgezeichnet worden. Darunter befinden sich die medizinischen Mikroroboter von Professor Metin Sitti.

Beim Finale der diesjährigen Falling Walls Conference in Berlin sind laut einer Mitteilung der ETH Zürich am Montag fünf Arbeiten ihrer Forschenden in verschiedenen Kategorien als Durchbruch des Jahres geehrt worden. Insgesamt gab es 1000 Nominierte aus 111 Ländern. Metin Sitti gewann in der Kategorie Engineering & Technology mit einem einstimmigen Votum der Jury.

Seine medizinischen Mikroroboter eröffnen neue Möglichkeiten für nicht-invasive medizinische Diagnosen und Behandlungen. In etwa zehn Jahren sollen sie in menschlichen Blutbahnen zirkulieren, um Krankheiten zu diagnostizieren und Wirkstoffe an präzise definierte Orte im Organismus transportieren. Sittis jüngste Erfindung: ein biokompatibler Mikroroboter, der sich auf sieben unterschiedliche Arten im Körper fortbewegen kann. Als Vorbild dienten Mikroorganismen.

Als grosse Inspiration nennt er der ETH zufolge den Kultfilm „Fantastic Voyage“ von 1966. Dort wird ein U-Boot samt Expeditionsteam soweit geschrumpft, dass es in die Blutbahn eines Patienten injiziert werden kann. „Die Mikrotechnik und -robotik gab mir die Möglichkeit, meine Faszination für die Natur und deren Lebewesen zu einem wichtigen Bestandteil meiner Arbeit zu machen“, wird er in der Mitteilung zitiert. 2009 gründete er nanoGriptech. Das Unternehmen entwickelt medizinische Haft- und Klebematerialien. Dazu regte ihn die besondere Beschaffenheit der Füsse von Geckos an.

Sitti ist aktuell Professor an der Universität Koç in Istanbul und Direktor am Max-​​Planck-​Institut für Intelligente Systeme in Stuttgart. Im Mai wurde er zusätzlich zum affiliierten Professor am Departement Informationstechnologie und Elektrotechnik der ETH Zürich berufen. Davor forschte und lehrte er viele Jahre in Berkeley und Pennsylvania.

Die weiteren ETH-Gewinner: Ebenfalls in der Kategorie Engineering & Technology wurden die Leiterin des Responsive Biomedical Systems Lab, Simone Schürle, und Mathematik-Professor Alessio Figalli ausgezeichnet. Bei den Science Start-ups gehört Manuel Schaffner von der ETH-Ausgründung Spectroplast zu den Siegern. Der Quantencomputing-Pionier Andreas Wallraff wurde in der Kategorie Physical Sciences geehrt. mm

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