Forschende lassen Mikroben im Team arbeiten

28. August 2020 13:02

Lausanne - Biomasse wird zunehmend als Quelle von Kraftstoffen und Chemikalien genutzt. Auf der Suche nach derartigen Alternativen zur Nutzung von Erdöl haben Forschende von Eidgenössischer Technischer Hochschule Lausanne und Berner Fachhochschule einen wichtigen Schritt nach vorn gemacht.

Nicht essbare Pflanzen sind eine vielversprechende Alternative zu Rohöl, sie sind in grossen Mengen vorhanden. Ihre heterogene Zusammensetzung stellt allerdings eine Herausforderung dar, wenn nach der reinen Laborarbeit an die Produktion von nützlichen Chemikalien oder auch Treibstoffen mit hohen Erträgen gegangen wird. Die Umwandlung von Biomasse, etwa von abgestorbenem Holz – der Lignozellulose -, zu sinnvollen verwendbaren Endprodukten erfolgt im Wesentlichen durch Enzyme und Bakterien in mehreren Prozessen. Wissenschaftler stellten jetzt laut Medienmitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) eine sogenannte Laktatplattform vor, bei der es sich im Wesentlichen um einen räumlich getrennten Bioreaktor handelt, in dem mehrere verschiedene Mikroorganismen koexistieren können, die jeweils einen der drei Schritte der Lignozelluloseverarbeitung durchführen.

Ein Team von Wissenschaftlern der Berner Fachhochschule (BFH), der Universität Cambridge und der EPFL hat diese Montagekette in einem einzigen Aufbau ermöglicht und gezeigt, dass diese Umwandlung vielseitiger und modularer gestaltet werden kann. Durch einfaches Austauschen der Mikroorganismen im letzten Schritt, der Milchsäureverarbeitung, können sie eine ganze Reihe nützlicher Chemikalien herstellen.

Die bahnbrechende Studie ist in „Science“ veröffentlicht und wurde von Robert Shahab, einem Doktoranden der EPFL im Labor von Professor Jeremy Luterbacher, durchgeführt, während er im Labor von Professor Michael Studer an der BFH arbeitete, der die Studie leitete. gba

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