Forschende finden Ursache für Atemnot nach COVID-19

16. August 2022 12:19

St.Gallen/Vancouver - Eine interdisziplinäre Forschungsgruppe unter Beteiligung Schweizer, deutscher und kanadischer Fachleute hat in ehemaligen COVID-19-Patienten Autoantikörper gefunden, die den Sauerstoffaustausch in der Lunge behindern. Das erklärt ihre Atemprobleme.

Ein interdisziplinäres Forschungsprojekt hat eine Antwort auf die Frage gefunden, warum ehemalige COVID-19-Patienten unter Atemnot leiden. Einer Medienmitteilung des daran beteiligten Kantonsspitals St.Gallen (KSSG) zufolge identifizierten die Forschenden einen Autoantikörper, der sich gegen Strukturen der Lunge richtet.

Neben dem KSSG zählten aus der Schweiz auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitätsspitäler Zürich, Bern und Basel zu der Forschungsgruppe. Internationale Unterstützung kam von der Berliner Charité, der Universitätsklinik Tübingen, der Universität von British Columbia in Vancouver und weiteren Laboren.

Gemeinsam untersuchten sie Immunoglobuline A (IgA)-Antikörper, die sich gegen Strukturen in der Lunge dieser Personen richten. Diese gehören zum Immunsystem des Körpers und neutralisieren Krankheitserreger. Bestimmte IgA-Antikörper binden an sogenannte Surfactant-Proteine, die im Blut und in Schleimhäuten vorkommen. Surfactant verringert die Oberflächenspannung der Lungenbläschen, auch Alveolen genannt, damit sich die Lunge gut entfalten kann. Die Bindung dieser IgA-Antikörper an Surfactant führt zu einem Mangel an diesem Protein. Er lässt die Luftbläschen in der Lunge kollabieren.

Diese Forschungsergebnisse wurden kürzlich im renommierten Pneumonologie-Fachjournal „American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine“ veröffentlicht. mm

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