Forschende finden Enzym zur Reparatur des Gehirns

08. Mai 2020 10:30

Zürich - Unter der Leitung der Universität Zürich haben Hirnforscher ein Enzym identifiziert, das die Leistungsfähigkeit des Gehirns steuert. Dies könnte Ansätze zur Behandlung kognitiver Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer liefern.

Ein Enzym des Fettstoffwechsels reguliert die lebenslange Aktivität von Stammzellen im Gehirn. Das hat ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Sebastian Jessberger, Professor am Institut für Hirnforschung der Universität Zürich (UZH), nun erstmals in einer Studie gezeigt. Eine spezifische Mutation in der Erbinformation dieses Enzyms, der sogenannten Fettsäuresynthase, schränkt bei betroffenen Personen die kognitive Leistungsfähigkeit ein.

Die Forschenden veränderten das Erbgut von Mäusen und organähnlichen Zellkulturen des menschlichen Gehirns experimentell so, dass das Enzym des Fettstoffwechsels exakt jene Mutation aufwies, die bei Menschen mit kognitiven Defiziten gefunden wurden. „Unsere Ergebnisse liefern den Beweis für den funktionellen Zusammenhang von Fettstoffwechsel, Stammzellaktivität und kognitiver Leistungsfähigkeit“, erklärt Jessberger in einer Medienmitteilung der UZH.

Nach Einschätzung der Wissenschaftler stellt ihre Methodik eine Blaupause dar, um die Aktivität der Hirnstammzellen und ihre Rolle bei kognitiven Prozessen im Detail zu erforschen und damit „nur schlecht verstandene Erkrankungen besser zu verstehen“.

„Wir hoffen zudem, die Stammzellaktivität zukünftig therapeutisch steuern zu können, um sie auch zur Reparatur des Gehirns zu nutzen – etwa zur Behandlung von kognitiven Erkrankungen oder bei Krankheiten, bei denen Nervenzellen absterben wie dem Morbus Parkinson oder Alzheimer“, so Jessberger. mm

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