Forschende ahmen embryonales Herz nach

11. November 2020 12:57

Lausanne - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben mithilfe von Organoiden die frühe Entwicklung des Herzens im Mausembryo nachgeahmt. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu im Labor gezüchteten Organen für Forschung und Transplantation.

Bioingenieurinnen und -ingenieure der EPFL sind einer bedarfsgerechten Produktion von Geweben und Mini-Organen für die pharmazeutische und medizinische Forschung erheblich näher gekommen. Laut einer Medienmitteilung der EPFL stellte das Labor von Matthias Lütolf an der School of Life Sciences erfolgreich ein Organoid des Mausherzens im frühen Embryonalstadium her. 

Organoide sind winzige im Labor gezüchtete Gewebe und Organe, die anatomisch korrekt sind und physiologisch funktionieren. Das Projekt wurde von Postdoc-Forscherin Giuliana Rossi geleitet und jetzt in der Fachzeitschrift „Cell Stem Cell“ veröffentlicht.

Die Forschenden züchteten ihre Organoide aus embryonalen Stammzellen der Maus. Nach 168 Stunden in einer Zellkultur, die das Herzwachstum fördert, zeigten sich Anzeichen einer frühen Herzentwicklung. Es entstand auch „so etwas wie ein Gefässnetz“ und ein schlagendes Herzgewebe.

Diese „bahnbrechenden Arbeiten“ würden Organoiden „eine völlig neue Dimension eröffnen“, heisst es in der Mitteilung. „Einer der Vorteile der embryonalen Organoide besteht darin, dass sich verschiedene Gewebe miteinander entwickeln, die für die Entstehung von Organen im Embryo notwendig sind“, erklärt Giuliana Rossi. „Die im Labor entstehenden Herzzellen werden deshalb einem ähnlichen Kontext ausgesetzt wie im Embryo.“ mm

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