Flughafen Zürich will schrittweise wachsen

25. April 2016 11:53

Zürich - Der Flughafen Zürich setzt auf das Immobilien- und Kommerzgeschäft. International will er in kleinen Schritten wachsen. Zu verbessern sei der Betrieb zu Spitzenzeiten, wie CEO Stephan Widrig in einem Interview erklärt.

Derzeit wird am Flughafen Zürich das Grossprojekt The Circle realisiert. In Gehdistanz zu den Terminals soll ein Zentrum mit verschiedenen Dienstleistungen entstehen. Das Projekt soll die Abhängigkeit des Flughafens  vom Fluggeschäft reduzieren. Der Vermietungsstand liegt derzeit bei 50 Prozent, sagt Stephan Widrig, CEO des Flughafen Zürichs, in einem Interview mit „Finanz und Wirtschaft“. Der Büromarkt denke immer kurzfristiger. Es sei deswegen schwieriger, die Büroflächen im Vorfeld zu vermieten.

Es stehen jedoch auch weitere Projekte im Kommerzbereich an. Die Bedeutung des Flughafens als Pendlerdrehscheibe im Norden Zürichs wächst laut Widrig immer weiter. Aus diesem Grund soll mit Konzepterneuerungen und Weiterentwicklungen sichergestellt werden, dass die Zentren auch in Zukunft funktionieren. Über konkrete Pläne sei noch nicht entschieden worden.

Auch international will der Flughafen Zürich weiter wachsen. Man sei jedoch nicht unter Druck und wolle langsam vorgehen. Ziel sei es, nur dann zu investieren, wenn Wertschöpfung für alle Aktionäre sichergestellt sei. Geplant sind laut Widrig Investitionen in Nizza und in Brasilien. In Brasilien sollen für vier wichtige Flughäfen 30-Jahres-Konzessionen vergeben werden. „Derzeit sind wir daran, Konsortien zu bilden, um bereit zu sein, falls es losgeht“, sagt Widrig.

Das Hauptproblem des Flughafens sei derzeit die Spitzenkapazität. „Wir versuchen zusammen mit der Skyguide, den Bodenabfertigungsunternehmen und der Swiss, laufend die Prozesse zu optimieren, um die letzten Reserven, die es noch gibt, herauszuholen“, erklärt Widrig. Es brauche jedoch auch mittel- bis langfristig politische Rahmenbedingungen, die eine Weiterentwicklung entlang der wirtschaftlichen Nachfrage zulassen. Die geplante höhere Einflussnahme des Bundes auf den Flughafen sieht Widrig nicht als eine Kompetenzverschiebung. Es gehe stattdessen gerade darum, Rahmenbedingungen für die  Zukunft zu schaffen und die anstehenden Herausforderungen besser zu bewältigen. ssp

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