Flexibles Rentenalter soll für Weiterbildung motivieren

16. Juli 2021 12:30

Zürich - Die Weiterbildungsaktivität nimmt mit zunehmenden Alter ab, meint Avenir Suisse. Laut der Denkfabrik hängt dies auch mit dem starren Rentenalter zusammen. Eine Flexibilisierung des Rentenalters könnte die Weiterbildungsbeteiligung der Älteren positiv beeinflussen.

Lebenslanges Lernen hat mit dem technologischen Wandel weiter an Bedeutung gewonnen, schreibt Avenir Suisse in einem Blogbeitrag. Dennoch sinke die Weiterbildungsbeteiligung mit zunehmendem Alter. 

Die liberale Denkfabrik erklärt diese sinkende Weiterbildungsaktivität unter anderem mit den Ansätzen der Humankapitaltheorie. Demnach verkürzt sich mit dem zunehmenden Alter die verbleibende Dauer am Arbeitsmarkt. Arbeitnehmende können also weniger lange vom Ertrag einer Weiterbildung profitieren. Es lohne sich deshalb sowohl aus Sicht der Arbeitnehmenden als auch der Arbeitgebenden mehr, am Anfang oder in der Mitte des Erwerbslebens in diesen Bereich zu investieren als kurz vor der Pensionierung.

Die Weiterbildungsteilnahme hänge also weniger vom Alter und mehr vom ordentlichen Rentenalter ab, schreibt Avenir Suisse und bezieht sich dabei auch auf eine Studie aus dem Jahr 2009, welche zu diesem Schluss kommt. Laut der Denkfabrik könnte eine Flexibilisierung des Rentenalters eine Chance sein, die Weiterbildungsteilnahme im Alter zu stärken.

Dabei sei aber von einer generellen Weiterbildungsunterstützung älterer Fachkräfte seitens des Staates abzusehen. Ein Grossteil der über 50-Jährigen nehme nämlich auch ohne öffentliche Fördermittel am lebenslangen Lernen teil. „Vielmehr ist es wichtig, dass jene älteren Erwerbstätigen, die aufgrund fehlender Weiterbildungsaktivität Gefahr laufen, den Anschluss an den Arbeitsmarkt zu verlieren, nicht durch tief angesetzte Altersgrenzen von bestehenden gezielten Unterstützungsmassnahmen ausgegrenzt werden“, so Avenir Suisse. ssp

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