Firmenübernahmen bleiben hinter Vorjahr zurück

16. Januar 2020 15:18

Zürich - Die Zahl der Übernahmen und Fusionen von Schweizer Unternehmen ist 2019 hinter dem Rekordwert von 2018 zurückgeblieben. Im vergangenen Jahr wurden 402 Transaktionen und ein Volumen von 127 Milliarden Dollar verzeichnet. Das grösste Volumen spielte Novartis mit der Abspaltung von Alcon ein.

„Auch im vergangenen Jahr haben Schweizer Unternehmen deutlich mehr ausländische Unternehmen erworben als umgekehrt“, erläutert KPMG in einer Mitteilung zur aktuellen Studie „Clarity on M&A“ des Beratungsunternehmens. Von den 2019 verzeichneten insgesamt 402 Transaktionen betrafen 173 den Kauf ausländischer Unternehmen durch Schweizer Firmen. „Schweizer Unternehmen sind bezüglich Übernahmen und Fusionen sehr gut aufgestellt“, wird Timo Knak, Leiter Mergers & Acquisitions von KPMG, in der Mitteilung zitiert. „Sie verfügen über eine hohe Liquidität, robuste Bilanzen und über ein günstiges Finanzierungsumfeld.“

Bei 107 Transaktionen wurden Schweizer Unternehmen von ausländischen Firmen übernommen. In 63 Fällen handelte es sich bei Käufer und Verkäufer um Schweizer Unternehmen. Ausländische Transaktionen mit Schweizer Verkäufern machten 2019 insgesamt 52 Transaktionen aus.  Als besonders aktiv im Transaktionsmarkt werden in der Mitteilung die Branchen Pharma und Life Sciences hervorgehoben. Auch die Bereiche Technologie, Telekommunikation und Medien sowie der Industriesektor hätten sich durch eine hohe Anzahl an Transaktionen ausgezeichnet, allerdings bei einem vergleichsweise geringen Transaktionsvolumen, schreibt KPMG.

Das 2019 mit Abstand höchste Transaktionsvolumen von 31,0 Milliarden Dollar spielte Novartis beim Verkauf seiner Augenheilsparte Alcon Inc. ein. Mit dem Kauf der amerikanischen The Medicines Company für 9,7 Milliarden Dollar belegt der Basler Pharmakonzern darüber hinaus auch den dritten Platz in der Liste der zehn grössten Transaktionen des letzten Jahres. Die zweitgrösste Transaktion im letzten Jahr bildete die Übernahme der Hautpflegesparte von Nestlé durch ein Konsortium aus der Private-Equity-Gesellschaft EQT und dem Staatsfond des Emirats Abu Dhabi (ADIA). Im Industriebereich streicht KPMG die Übernahme der Berner WABCO-Gruppe durch ZF Friedrichshafen und den Verkauf des Philippinen-Geschäfts von LafargeHolcim an San Miguel heraus. hs

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