FINMA will Libra als Zahlungssystem regulieren

12. September 2019 15:26

Bern - Wenn Facebook und seine Partner die Kryptowährung Libra wie geplant von der Schweiz aus lancieren wollen, dann braucht diese eine Bewilligung als Zahlungssystem. Das hat die Finanzmarktaufsicht FINMA entschieden. Die Regulierung soll international koordiniert werden.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) hat sich zum angekündigten Start der Kryptowährung Libra geäussert. Die Kryptowährung wurde von der Libra Association mit Sitz in Genf angekündigt. Laut einer Mitteilung der Aufsichtsbehörde brauche Libra nach heutigem Stand „eine Bewilligung der FINMA als Zahlungssystem auf der Basis des Finanzmarktinfrastrukturgesetzes“. Weil Libra eigene Zahlungstoken herausgeben wolle, gingen die Anforderungen noch über die eines reinen Zahlungssystems hinaus. Das betreffe unter anderem die Kapitalverteilung für die verschiedenen Risiken, die Liquiditäts- und die Risikoverteilung sowie das Management der Reserve. Libra wäre zudem automatisch dem Geldwäschereigesetz unterstellt und müsste damit „die Einhaltung höchster internationaler Standards im ganzen Ökosystem des Projektes“ sicherstellen.

Die Regulierung müsse aufgrund der geplanten internationalen Reichweite von Libra international koordiniert werden, schreibt die FINMA in ihrer Mitteilung. „Ein Projekt mit einer derart globalen Dimension kann nur in internationaler Koordination und in Absprache mit anderen Aufsichts- und Regulierungsbehörden angegangen werden“, erläutert FINMA-Direktor Mark Branson in einem Interview mit der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Es ist illusorisch zu glauben, ein einziges Land könne ein Projekt wie Libra allein regulieren und beaufsichtigen.“ 

Branson unterstreicht, dass die Schweizer Regulierung des Finanzmarktes prinzipienorientiert sei. „Ein Projekt wie Libra passt deshalb durchaus in unseren Regulierungsrahmen.“ Neue Gesetze brauche es nicht. stk

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