Finanzsektor will neues Handelsmodell mit Grossbritannien

28. April 2020 10:45

Zürich - Finanzdienstleister aus der Schweiz und Grossbritannien fordern die rasche Ausarbeitung eines neues Handelsmodells für die beiden Länder. Die Wirtschaftsverbände economiesuisse und TheCityUK haben dafür ein gemeinsames Positionspapier erarbeitet.

Dank einer Reihe von bilateralen Handelsabkommen konnten die langjährigen Beziehungen zwischen den Finanzplätzen Schweiz und Grossbritannien auch nach dem Brexit gesichert werden. Allerdings sei die weitere Vertiefung des gegenseitigen Marktzugangs für Finanzdienstleister nur über ein neues Handelsabkommen zu erreichen, wie der Wirtschaftsverband economiesuisse in einer Mitteilung schreibt.

Economiesuisse hat gemeinsam mit TheCityUK sowie mit Unterstützung der Finanz- und Assekuranzindustrie beider Länder ein Positionspapier erarbeitet. In diesem fordern die Verbände die Regierungen der beiden Länder auf, die bilateralen Handelsbeziehungen basierend auf der gegenseitigen Anerkennung von Regulierungen möglichst rasch zu vertiefen.

Laut dem Positionspapier ist „das Prinzip der Äquivalenz von Finanzdienstleistungen, wie es bisher von der EU angewandt wird, für eine zukünftige bilaterale Vereinbarung zwischen der Schweiz und Grossbritannien nicht ausreichend“. Stattdessen sollte der Marktzugang in verschiedenen Bereichen ausgeweitet werden. Dazu gehören etwa Banking und Investment, Asset Management, Versicherungen oder die Finanzmarktinfrastruktur. Das Ziel soll dabei die gegenseitige Anerkennung der jeweiligen relevanten nationalen regulatorischen Vorgaben auf der Grundlage vergleichbarer Ergebnisse, anstatt harmonisierter Regulierungen sein. Economieusisse und TheCityUK fordern, dass die beiden Länder hierzu baldmöglichst eine Absichtserklärung unterzeichnen sollen.

„Die Herausforderung, die das Corona-Virus mit sich bringt, erfordert, dass wir härter denn je daran arbeiten müssen, die internationalen Märkte offenzuhalten und die Fortsetzung der Handelsströme zu ermöglichen“, wird Monika Rühl, Vorsitzende der Geschäftsleitung von economiesuisse, zitiert. „Deshalb sollten wir in unseren bilateralen Beziehungen mit Grossbritannien nun einen Schritt vorwärtsmachen“, sagt sie weiter. ssp

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