Finanzplatz Schweiz wächst weniger stark

09. Juni 2022 14:43

Boston - Der Finanzplatz Schweiz wird laut dem Global Wealth Report 2022 der Boston Consulting Group (BCG) zwar weiter zur Spitze zählen. Doch er wird den veränderten Finanzströmen Tribut zollen müssen und weniger stark wachsen als andere. Im Krypto-Ökosystem sieht BCG die Schweiz als Hauptakteur.

Die in der Schweiz verwalteten Vermögen sind 2021 nur etwa halb so stark (5,5 Prozent) gewachsen wie im weltweiten Durchschnitt (10,6 Prozent). Insgesamt betrugen sie 4,1 Billionen Dollar. Der am 9. Juni von der Boston Consulting Group veröffentlichte Global Wealth Report 2022 geht davon aus, dass Grossbritannien stärker wachsen wird als die Schweiz und bis 2026 deren dritten Platz in der Rangliste der grössten Finanzzentren übernehmen wird. Auf den Plätzen eins und zwei sieht BCG weiterhin die USA (71,3 Billionen Dollar) und Hongkong (4,5 Billionen Dollar).

Bei den grenzüberschreitenden Vermögen liegt die Schweiz noch auf Platz eins. BCG nimmt jedoch an, dass Hongkong die Schweiz schon im Jahr 2023 verdrängen wird. 2026 werde Hongkong 3,4 Billionen Dollar im Jahr bewirtschaften, die Schweiz 2,8 Billionen. Zudem rücke Singapur dank starkem Wachstum als drittplatzierter Finanzplatz sehr nahe an die Schweiz heran.

Die verwalteten Vermögen in der Schweiz werden dem Bericht zufolge in den kommenden Jahren nur noch um 2,4 Prozent statt wie bisher um 3,3 Prozent wachsen. Ein Grund dafür sei, dass das bisher starke Wachstum aus Osteuropa und Zentralasien praktisch zum Stillstand kommen und eher Hongkong und Singapur zufliessen werde, „unter anderem, weil diese mehr Vermögen aus der Region und jüngere Anleger anziehen werden“, so BCG.

Überhaupt seien Vermögenskunden „nicht in der Stimmung, auf Angebote und Dienstleistungen der nächsten Generation zu warten. Sie wollen sie jetzt“, heisst es in einer Mitteilung von BCG. Davon wiederum profitiert das Krypto-Ökosystem Schweiz, das BCG wegen seiner günstigen Rahmenbedingungen als Hauptakteur ansieht. Auch Vermögensverwalter sollten ihre eigene Tätigkeit digitalisieren, wenn sie bis 2026 vom Zuwachs an Vermögenswerten in Höhe von rund 80 Billionen Dollar profitieren wollten. Für sie ergäbe sich daraus „eine Blaupause für Wachstum“. mm

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