Finanzplatz Liechtenstein ist stabil

Mario Gassner hatte am Montag eine gute Botschaft zu überbringen. Wie der Vorsitzende der FMA-Geschäftsleitung in seiner Rede zur Vorstellung des Financial Stability Reports 2018 sagte, „befindet sich Liechtensteins Finanzsektor in einem guten und stabilen Zustand, die Risiken werden als relativ begrenzt beurteilt“. Der Finanzsektor sei zwar im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft gross, setze aber auf „ein vergleichsweise konservatives Geschäftsmodell, eine stabile Aktionärsstruktur, eine hohe Kapitalisierung sowie starke Liquiditäts- und Profitabilitätsindikatoren“. Die Nichtbanken im Finanzsektor wie Versicherungen, Vermögensverwalter und Investmentfonds spielten eine relativ kleine Rolle, auch wenn sie stark zugelegt hätten.

Dennoch sei Liechtenstein als kleine, offene Volkswirtschaft darauf angewiesen, seine Stabilität auch auf Dauer zu sichern. Dazu gehört laut den Empfehlungen des Berichts auch eine vorsichtige Wachstumsstrategie der Banken. Diese sollten „kein übermässiges Risiko eingehen und ihre hohe Kapitalisierung beibehalten“, heisst es in der Zusammenfassung.

Der Bericht weist auch auf die mit 127 Prozent des Bruttoinlandprodukts vergleichsweise hohe Verschuldung der privaten Haushalte hin. Er relativiert dies mit dem Hinweis auf das hohe verfügbare Einkommen im Land. Dennoch erfordere die Verschuldung „eine sorgfältige Überwachung der damit verbundenen Risiken im Bankensektor“. Zudem solle der „solide und vernünftige Ansatz der Fiskalpolitik unbedingt beibehalten werden“.

Regierungschef Adrian Hasler wies in seiner Rede zum Bericht darauf hin, dass die Regierung die Schaffung eines Ausschusses für Finanzmarktstabilität in Auftrag gegeben habe. Zusammen mit dem jährlichen Bericht werde er „einen wichtigen Beitrag zur Zukunft des liechtensteinischen Finanzplatzes – und dadurch zur Zukunft des Landes Liechtenstein“ leisten. stk