Finanzchefs fordern stabile Beziehungen zur EU

25. Oktober 2019 14:10

Zürich - Schweizer Finanzchefs erhoffen sich vom neu gewählten Parlament vor allem eine stabile und nachhaltige Beziehung zur EU, zeigt eine Deloitte-Umfrage. Weitere Prioritäten betreffen den Marktzugang für Unternehmen im Ausland und die Sanierung der Sozialwerke.  

Deloitte hat 103 Schweizer Finanzchefs zu ihren Anliegen an das neu gewählte Parlament befragt. Dabei mussten sie aus 14 Themenbereichen die wichtigsten aussuchen. Den Ergebnissen zufolge stehen für die Finanzchefs drei Themenbereiche klar an der Spitze.

Platz eins nimmt dabei die Gestaltung eines nachhaltigen und stabilen Verhältnisses zur EU ein. „Die vor gut fünf Jahren überraschend angenommene Masseneinwanderungsinitiative konnte zwar wirtschaftsfreundlich umgesetzt werden, die Beziehungen zu Europa sind aber nach wie vor nicht nachhaltig geregelt und der Zugang zum wichtigsten Markt der Schweizer Unternehmen ist vertraglich nicht ausreichend gesichert“, kommentiert Reto Savoia, CEO von Deloitte Schweiz.

Als die zweitwichtigste Angelegenheit sehen die Finanzchefs die Sicherung der nachhaltigen Finanzierbarkeit der Sozialwerke. „Die im zweiten Anlauf gewonnene Abstimmung über die Unternehmenssteuerreform bringt zwar auch für die AHV eine Entlastung, stellt aber nicht mehr als eine Verschnaufpause dar“, so Savoia. Da alle strukturellen Reformen in der letzten Legislatur gescheitert seien, habe dieses Thema für die Firmen an Dringlichkeit gewonnen. Die Stabilisierung der AHV müsse nun rasch vorangetrieben werden, dürfe aber weder Unternehmen zusätzlich belasten noch längeres Arbeiten über 65 bestrafen.

Als das drittwichtigste Anliegen wird der Marktzugang für Schweizer Firmen im Ausland aufgeführt. Es gelte, diesen zu erhalten und auszubauen.

Als wichtig empfinden die Finanzchefs weiter auch den Bürokratieabbau. Die Unternehmensgründung sei weiterhin aufwendig und die Rahmenbedingungen für die digitale Wirtschaft verbesserungswürdig.

Dagegen interessieren sich die Finanzchefs kaum für das Pariser Klimaabkommen. „Es ist zu hoffen, dass sich die Unternehmen selbst stärker ins Zeug legen, denn der Klimawandel hat umfassende Auswirkung auf Produkte und Dienstleistungen, Lieferketten, Vermögenswerte und Geschäftsmodelle“, so Savoia.  ssp

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