FHNW will Zugang zu medizinischer Versorgung verbessern

02. August 2019 13:27

Muttens BL/Olten SO - Forscher der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wollen mobilitätseingeschränkten Menschen schnellen Zugang zu medizinischer Versorgung beschaffen. Das Projekt In-Vitro-Diagnostik setzt dabei auf direkt beim Patienten durchgeführte Untersuchungen.

Im Rahmen eines Entwicklungsschwerpunkts will die FHNW in sechs strategischen Initiativen „zukunftsweisende Lösungsbeiträge für drängende gesellschaftliche Probleme“ erarbeiten, informiert die Hochschule in einer Mitteilung. Die Initiative In-Vitro-Diagnostik hat sich dabei zum Ziel gesetzt, „Dienstleistungen für mobilitätseingeschränkte ältere Menschen zeitnah und dezentral zu erbringen“. Dazu setzen die beteiligten Forscher aus den FHNW-Hochschulen für  Angewandte Psychologie, Life Sciences, Technik und Wirtschaft auf die sogenannte Point-of-Care-Diagnostik (POCT). Darunter werden diagnostische Untersuchungen verstanden, „die nicht in einem Zentrallabor, das diagnostische Laboranalysen von beispielsweise Blut oder Urin aus Kliniken oder Arztpraxen im Reagenzglas (in-vitro) vornimmt, sondern direkt bei den Patienten durchgeführt werden“, wird in der Mitteilung erläutert.

Im von der FHNW verfolgten Ansatz könnte ein mobilitätseingeschränkter Patient gemeinsam mit einer Pflegefachperson einen Videomediziner kontaktieren. Ein allfälliger von diesem für notwendig befundener Test könnte durch die Pflegeperson direkt vor Ort durchgeführt werden. Der Videomediziner wiederum könnte ein elektronisches Rezept direkt an die örtliche Apotheke schicken. Dem Patienten würden die erforderlichen Medikamente über einen Courierdienst im Idealfall innerhalb von Stunden zugestellt.

In einem ersten Schritt haben die Forscher die für ihren Ansatz nötigen Praxispartner eingebunden. In einem zweiten Schritt sollen jetzt ein Dienstleistungskonzept erarbeitet und Schnelltests für die Diagnose beispielsweise einer Infektion entwickelt werden. hs

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