Fehlendes Protein fördert Tumorbildung im Darm

18. März 2020 11:01

Zürich - Krebsforscher aus Zürich, Heidelberg und Glasgow haben einen wichtigen Hinweis für die Therapie des kolorektalen Karzinoms gefunden. Demnach begünstigt ein fehlendes Protein die Tumorbildung. Das muss bei der Erprobung neuer Krebstherapien berücksichtigt werden, die die Produktion dieses Proteins hemmen.

Die Arbeit eines internationales Forscherteams wirft ein neues Licht auf den Beginn der häufigsten Krebserkrankung des Darms. Es hat in seinem Forschungsprojekt herausgefunden, dass das Protein MCL1 eine intakte Darmschleimhaut gewährleistet und dadurch auch vor Darmkrebs schützt. Jedoch sind sowohl der Mangel als auch eine Überproduktion von MCL1 für die Bildung des kolorektalen Karzinoms verantwortlich. Über die Veröffentlichung einer entsprechenden Studie informiert eine Medienmitteilung der Universität Zürich (UZH). 

Das Projekt wurde von Achim Weber, Professor am Institut für Molekulare Krebsforschung der UZH und am Institut für Pathologie und Molekulare Pathologie am Universitätsspital Zürich (USZ), gemeinsam mit zwei Kollegen vom Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ) und dem britischen Beatson Institute in Glasgow geleitet.

„Die Regulierung dieses Proteins ist eine Gratwanderung“, führt der Erstautor der Studie, Marc Healy aus Achim Webers Team, weiter aus. Deshalb sei bei der Anwendung von MCL1-Hemmern, wie sie derzeit in der Krebstherapie erprobt wird, besondere Vorsicht angebracht.

Seit langem bekannt war, dass mikrobiell ausgelöste chronische Entzündungen eine Rolle bei der Entstehung von Darmkrebs spielen. Neu und „bemerkenswert ist aber, dass ein Mangel an MCL1 auch ohne eine von Bakterien erzeugte Entzündung zu Darmkrebs führt“, erklärt Weber. „Diese Erkenntnis ist überraschend und fördert unser Verständnis für die kritischen frühen Schritte bei der Entstehung von Darmkrebs erheblich.“

Das Forschungsprojekt wurde grösstenteils vom Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), der Krebsliga Zürich und der Zürcher Vontobel-Stiftung finanziert. mm

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