Färöer stabilisieren erneuerbaren Strom mit ABB-Technologie

04. März 2022 10:55

Zürich - Der Technologiekonzern ABB liefert Synchronkondensatoren an die Färöer-Inseln im Nordatlantik. Bei Nachfragespitzen oder überschüssiger Stromproduktion verhindern sie den zu schnellen Abfall oder den zu schnellen Anstieg der Netzfrequenz.

Ein erster Synchronkondensator (Synchronous Condenser, SC) von ABB wird derzeit auf der Färöer-Insel Suðuroy in Betrieb genommen. Eine zweite Anlage installiert SEV, der wichtigste Stromerzeuger und -verteiler auf den Färöer-Inseln, in Sund nahe der Hauptstadt Tórshavn auf der Insel Streymoy. Laut einer Medienmitteilung soll sie ihre Arbeit 2023 aufnehmen.

Bis 2030 wollen die Färöer ihren Strombedarf zu 100 Prozent mit Ökostrom aus Wasserkraft, Sonnen- und Windenergie sowie möglicherweise auch aus den Gezeitenströmungen decken. Auf der autonomen, zu Dänemark gehörenden Inselgruppe gibt es keine Stromkabel zu den Nachbarländern.

Wird das dortige dieselbetriebene Kraftwerk abgeschaltet, könnte dies die Stabilität des SEV-Netzes beeinträchtigen. Deshalb soll die Synchronkondensator-Technologie von ABB die Schwankungen der Netzfrequenz durch Nachfragespitzen oder Überproduktion wie ein Stossdämpfer nivellieren. Zusammen mit Batteriespeichern könne die SC-Anlage den Angaben zufolge bei guten Windverhältnissen die Insel zu 100 Prozent mit Windenergie versorgen.

„Es besteht ein wachsender Bedarf an dezentralen Lösungen zur Unterstützung der Netze, um deren Stabilität und Widerstandsfähigkeit zu gewährleisten“, so Heikki Vepsäläinen, Leiter der Division Grossmotoren und Generatoren von ABB. „Synchronkondensatoren können eine wichtige Rolle bei der Stärkung schwacher Netze spielen, insbesondere in abgelegenen Gebieten.“ mm

Mehr zu ABB

Aktuelles im Firmenwiki