Fälschungen vernichten tausende Arbeitsplätze

23. März 2021 12:55

Paris - Der weltweite Handel mit gefälschter Ware kostet die Schweiz pro Jahr 10'000 Arbeitsplätze. Das geht aus einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Raubkopien schädigen den Ruf von Schweizer Unternehmen und schmälern ihre Umsätze in Milliardenhöhe.

Schweizer Unternehmen haben 2018 Umsatzeinbussen in Höhe von 4,5 Milliarden Franken erlitten, weil ihre Produkte kopiert und gefälscht worden sind. Das geht aus einer Studie hervor, welche die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Auftrag des Eidgenössischen Instituts für Geistiges Eigentum (IGE) erstellt hat. Damit wurden erstmals überhaupt die Folgen der globalen Fälschungsindustrie für die Schweiz beziffert.

Am stärksten betroffen war den Studienautoren zufolge die Uhren- und Schmuckbranche. Sie büsste rund 2 Milliarden Franken Umsatz ein. Der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie gingen 1,2 Milliarden Franken verloren. Auch die öffentliche Hand erlitt starke Verluste. Den Schätzungen zufolge entgingen ihr Einnahmen in Höhe von fast 160 Millionen Franken.

Weniger Umsatz bedeutet laut einer Medienmitteilung des IGE auch weniger Arbeitsplätze. So hätten die Schweizer Unternehmen im Jahr 2018 ohne Fälschungsindustrie 10'000 Menschen mehr beschäftigen können. In der Uhren- und Schmuckindustrie fielen schätzungsweise vier von zehn Stellen weg. Neu in der Corona-Pandemie kam der verstärkte Online-Handel mit gefälschten Medikamenten hinzu.

Neben schweren gesundheitlichen Folgen habe dies einen Rufschaden für die Hersteller der Originalmarken zur Folge, so die Studienautoren. Dementsprechend sei ein entschlossenes Handeln gegen die Fälscher erforderlich, wird Anastasia Li-Treyer, Geschäftsführerin des Schweizer Markenartikelverbands Promarca und Präsidentin der Schweizer Plattform gegen Fälschung und Piraterie, Stop Piracy, in der Medienmitteilung zitiert. ko

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