Extensiver Ackerbau speichert mehr CO2 als angenommen

07. Januar 2021 14:47

Zürich - Über Pflanzenwurzeln kann CO2 der Atmosphäre entzogen und im Boden gespeichert werden. Extensive Anbausysteme wie biologischer Ackerbau weisen dabei ein höheres Potenzial als bisher angenommen auf. Dies hat Agroscope in Langzeit-Feldversuchen festgestellt.

Pflanzen können der Atmosphäre CO2 entziehen und über ihre Wurzeln in Form von Kohlenstoff im Boden speichern, erläutert Agroscope in einer Mitteilung. Dabei war bisher davon ausgegangen worden, dass die Kohlenstoffspeicherung in Relation zur Ausbildung oberirdischer Biomasse steht. Dieser Annahme zufolge sollten intensive Anbausysteme ein höheres Speicherpotenzial aufweisen als der biologische Ackerbau oder andere extensive Anbausysteme.

Langzeit-Feldversuche und eine weitere Studie auf 24 Landwirtschaftsbetrieben hätten die Annahme nun jedoch widerlegt, schreibt das Kompetenzzentrum der Schweiz für landwirtschaftliche Forschung in der Mitteilung weiter. Forscher von Agroscope hatten hierbei die unterirdische Speicherung von Kohlenstoff beim Anbau von Mais und Winterweizen untersucht. Dabei sei der unterirdische Kohlenstoffeintrag beider Kulturen konstant geblieben, obwohl die oberirdische Biomasse stark variiert habe, erläutert Agroscope. Als Kohlenstoffeintrag wird die Summe des über die Wurzeln und ihre Ausscheidungen dem Boden zugeführten Kohlenstoffs bezeichnet.

Der biologische Anbau von Mais habe trotz 20 Prozent weniger oberirdischer Biomasse als im intensiven Anbau ein Drittel höhere Kohlenstoffeinträge über Wurzelausscheidungen aufgewiesen, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Insgesamt haben die Feldversuche ergeben, dass extensive Anbausysteme im Boden im Verhältnis zur oberirdischen Biomasse mehr Kohlenstoff einlagern als intensive Ackerbauweisen. Sie seien damit geeignet, den Klimawandel zu mildern, schreibt Agroscope. hs

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