EU will Klimaziele mit sauberem Wasserstoff erreichen

08. Juli 2020 14:23

Brüssel - Die EU strebt ein stärker kreislauffähiges Energiesystem an. Wenn der Energiebedarf nicht mit Strom gedeckt werden kann, sollen auch erneuerbarer Wasserstoff und Biokraftstoffe genutzt werden. Bis 2030 sollen bis zu 10 Millionen Tonnen erneuerbarer Wasserstoff erzeugt werden.

Die EU will bis 2050 klimaneutral werden. Die EU-Kommission setzt dabei auf ein integriertes Energiesystem, das den Energiebedarf im Verkehr, in der Industrie, im Gas- und im Gebäudesektor decken soll. Dieses Energiesystem beruht laut einer Mitteilung auf drei Säulen. Zum einen sollen die Energieeffizienz erhöht und möglichst Energie aus erneuerbaren lokalen Quellen genutzt werden. Zum anderen soll der Endverbrauch etwa im Gebäudebereich und im Verkehr mit Strom aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. In den Bereichen, die schwierig zu elektrifizieren seien, sollten drittens saubere Brennstoffe genutzt werden.

Die EU-Kommission setzt dabei in erster Linie auf sauberen Wasserstoff. Ihre Wasserstoffstrategie sieht vor, dass bis 2024 eine Elektrolyseleistung von mindestens 6 Gigawatt aufgebaut und die Produktion von bis zu 1 Million Tonnen erneuerbarem Wasserstoff unterstützt wird. Von 2025 bis 2030 sollen eine Leistung von mindestens 40 Gigawatt aufgebaut und bis zu 10 Millionen Tonnen Wasserstoff erzeugt werden. Die EU-Kommission hat für die Umsetzung ihrer Strategie eine Europäische Allianz für sauberen Wasserstoff mit Vertretern der Industrie, der Gesellschaft, der Verwaltungen und der Europäischen Investitionsbank ins Leben gerufen.

Die EU-Energiekommissarin Kadri Simson sieht darin einen Paradigmenwechsel. „Das Energiesystem der EU muss besser integriert und flexibler werden und in der Lage sein, die saubersten und kosteneffizientesten Lösungen zu nutzen“, wird sie in der Mitteilung zitiert. „Wasserstoff wird dabei eine Schlüsselrolle spielen, da sinkende Preise für erneuerbare Energien und kontinuierliche Innovationen ihn zu einer tragfähigen Lösung für eine klimaneutrale Wirtschaft machen.“

Aus der Sicht von Frans Timmermans soll die Wasserstoffwirtschaft zu einem Wachstumsmotor für Europa werden. „Bei der Entwicklung und der Einführung einer Wertschöpfungskette für sauberen Wasserstoff wird Europa weltweit eine Vorreiterrolle übernehmen und seine führende Stellung auf dem Gebiet sauberer Technologien behaupten“, so der Vizepräsident der EU-Kommission. stk

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