EU und Japan öffnen ihre Märkte

Zwei der grössten Volkswirtschaften der Welt werden künftig durch ein Freihandelsabkommen verbunden sein. Die EU und Japan haben am Dienstag in Tokio das Abkommen über eine wirtschaftliche Partnerschaft unterzeichnet. Dieses sieht vor, dass Japan sofort nach dem Inkrafttreten des Abkommens die Zölle auf 90 Prozent der Importe aus der EU und mittelfristig auf 97 Prozent der Importe abschaffen wird. Industriezölle werden vollständig abgeschafft. Japan hebt mittelfristig auch die Zölle auf 85 Prozent der Agrarimporte aus der EU auf, darunter auf Käse wie Gouda und Cheddar und auf Schokolade. Japan erkennt zudem den Schutz von über 200 landwirtschaftlichen Herkunftsbezeichnungen an.

Beide Seiten bauen auch nichttarifäre Handelshindernisse ab, etwa für Medizintechnik und Pharmaprodukte. Der Dienstleistungshandel soll erleichtert, über Investitionsregeln weiterhin verhandelt werden. Beide Seiten erwarten vom Abkommen eine Ausweitung des gegenseitigen Handels. Sie wollen zudem zeigen, „dass der freie, faire und regelbasierte Handel ein wichtiges Instrument zur Förderung des Wohlstandes in unseren Gesellschaften und weltweit bleibt“, heisst es in der gemeinsamen Erklärung. Sie wollten damit auch ein klares Zeichen gegen den Protektionismus setzen.

Die Schweiz hatte 2009 als erstes europäisches Land ein Freihandelsabkommen mit der damals zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt in Kraft gesetzt. Ein Vergleich von Switzerland Global Enterprise zeigt, dass das neue Abkommen der EU mit Japan vor allem bei Agrarprodukten und bei der öffentlichen Beschaffung weitergeht als das Schweizer Abkommen. Vom Abbau der nichttarifären Handelshindernisse dürften aber auch Schweizer Unternehmen profitieren, so der offizielle Schweizer Aussenwirtschaftsförderer. stk