EU führt Schutzzölle für Stahl ein

Der von US-Präsident Donald Trump ausgelöste Handelskrieg hat nun auch Auswirkungen auf Europa. Die EU führt laut einer Mitteilung Zölle auf diejenigen Stahlmengen ein, welche das durchschnittliche Volumen der Stahlimporte der EU in den vergangenen drei Jahren überschreiten. Wenn dieses Volumen erreicht ist, wird automatisch ein Zollsatz von 25 Prozent erhoben. Von diesem Schutzzoll sind die gleichen 23 Stahlsorten betroffen, auf welche die USA im März Zölle von 25 Prozent erhoben haben. Die USA hatten im März unter Berufung auf die nationale Sicherheit Zölle von 25 Prozent auf Stahlimporte und von 10 Prozent auf Aluminiumimporte eingeführt.

Die EU begründet diese Massnahmen damit, dass sich die EU gegen die Umleitung von eigentlich für die USA bestimmten Stahlmengen auf den europäischen Binnenmarkt schützen müsse. Die Stahlbranche in der EU leide bereits unter einem weltweiten Überangebot an Stahl. 

Der neue Schutzzoll dauert provisorisch zunächst 200 Tage. Danach könne er dauerhaft erlassen werden. Die Länder des Europäischen Wirtschaftsraums – Norwegen, Island und Liechtenstein – sind von den neuen Schutzzöllen der EU ausgenommen, ebenso Entwicklungsländer.

Die Schweiz ist dagegen von den EU-Schutzzöllen betroffen. Schweizer Unternehmen waren bereits von den Überwachungsmassnahmen erfasst worden, welche Brüssel im Frühjahr eingeführt hatte. Diese bedeuten einen höheren administrativen Aufwand für die Firmen und haben laut einer Mitteilung von economiesuisse schon Ende Mai zu „Verzögerungen bis hin zu Unterbrüchen bei den Lieferungen“ geführt. stk