ETH-Projekt bekämpft Hunger mit Kreislaufwirtschaft

23. November 2022 13:55

Zürich - Das Runres-Projekt der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) verbessert mit der Wiederverwertung und Aufwertung organischer Abfälle die Ernährungssicherheit von Menschen in Subsahara-Afrika. Es zeigt, dass das Konzept regionaler Kreislaufwirtschaft funktioniert.

Die Beteiligten ziehen ein positives Fazit der seit 2019 dauernden ersten Phase des ETH-Projekts Runres. Die Forschenden der Gruppe für nachhaltige Agrarökosysteme und des Transdisziplinaritätslabors der ETH haben laut einer Medienmitteilung gezeigt, dass ihr Konzept regionaler Kreislaufwirtschaften im ländlichen Subsahara-Afrika funktioniert: Durch die Wiederverwertung und Aufwertung organischer Abfälle aus Latrinen und Haushalten nimmt die Gesundheit der damit gedüngten Böden zu. Die Abwasserentsorgung hat sich verbessert, landwirtschaftliche Erträge steigen. Neue Arbeitsplätze insbesondere für Frauen entstehen und der Austausch von Wissen und Erfahrung gelingt. 

So stellt das Projekt etwa in der südafrikanischen Gemeinde Msunduzi zusammen mit einem öffentlichen Versorgungsunternehmen aus Klärschlamm und Grünabfällen Kompost her. Im Runres-Projekt in Bukavu im Osten des Kongo ermutigten Forschende die Menschen, organische Haushaltsabfälle besser zu trennen. Das verbessert nicht nur die Abfallentsorgung der Stadt, sondern auch die öffentliche Gesundheit. Der daraus produzierte Kompost kommt Kaffeebauern der Gegend zugute. 

In Ruandas Hauptstadt Kigali arbeiten die Fachleute mit einem lokalen Unternehmen zusammen, das organische Abfälle sammelt und damit die Larven von Soldatenfliegen füttert. Als Proteinquelle für die Geflügel- und Fischzucht ersetzen sie Fische aus lokalen Seen. Das wirkt der bisherigen Überfischung entgegen. 

Im Süden Äthiopiens etablierten die ETH-Forschenden eine Kreislaufwirtschaft rund um die Banane. Höherwertige Bananenprodukte wie Mehl und Chips verbessern die Gewinnmargen von bäuerlichen Familien. Aus den Schalen werden Kompost und Tierfutter hergestellt. 

Finanziert wird Runres von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). In der zweiten Projektphase bis 2027 wollen die Forschenden und ihre Partner in Afrika die Projekte ausweiten. Das Ziel ist, dass sie sich künftig selbst tragen und ohne DEZA-Hilfe auskommen. mm

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