ETH-Professorin weist Sicherheitslücke bei Intel nach  

19. Oktober 2021 15:15

Zürich - Ein internationales Forschungsteam mit Beteiligung einer Professorin der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat eine Schwachstelle in der Sicherheitsarchitektur von Intel-​Prozessoren aufgedeckt. Von dem Problem der PC-​Mikroprozessoren waren auch Microsoft-​Produkte betroffen.

Forschende mehrerer Universitäten haben Schwachstellen in der Sicherheitsarchitektur der Mikroprozessoren von Intel für Computer nachgewiesen. Beteiligt war laut Medienmitteilung die Assistenzprofessorin am Departement Informatik der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), Shweta Shinde. Gemeinsam mit ihren Forschungskollegen von der National University of Singapore (NUS) sowie der chinesischen National University of Defense Technology (NUDT) entdeckte sie die Schwachstelle.

Intel, der weltweit führende Anbieter von PC-​Mikroprozessoren, hatte eine Neuerung zur erhöhten Datensicherheit eingeführt, die Software Guard Extensions (SGX). Dabei handelt es sich laut Medienmitteilung der ETH um hardwarebasierte Kontrollmechanismen, die auch bei Angriff auf das Betriebssystem eines Computers oder bei Fehlern darin, die Datensicherheit gewährleisten. Dazu werden sensible Daten vom eigentlichen Betriebssystem in internen sogenannten Enklaven gespeichert. Die sollen von aussen nicht zugänglich sein.

Professorin Shinde und die anderen Forschenden entdeckten eine Schwachstelle und vermochten, Daten aus den Enklaven zu ziehen und eigene Codes einzusetzen. Die beiden vom Problem betroffenen Firmen, Intel und Microsoft, wurden informiert. Sie haben die Schwachstelle mittels Software-​Patches inzwischen behoben.

„Dass die Schwachstelle eine Technologie betraf, die speziell für sensible Daten konstruiert ist, muss uns zu denken geben“, wird Shinde in der Medienmitteilung zitiert. Einen Grund zur Panik sieht sie nicht. Mit den Software-​Patches sei das Problem vorerst behoben. Die ETH-Professorin plädiert jedoch für eine Hardware-​Anpassung bei künftigen Prozessor-​Generationen, um diese sicherer zu machen. gba 

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