ETH-Professorin lehnt pauschales Verbot von Mikroplastik ab

24. März 2021 15:04

Zürich - Für eine präzise Regulierung der Verwendung von Kunststoffen spricht sich Professorin Denise Mitrano in einem Beitrag für die ETH-News aus. Mit Pauschalverboten sei das Mikroplastik-​Problem nicht zu lösen.

Das weltweite Problem mit Plastikabfällen kann nach Ansicht von Denise Mitrano nicht mit Pauschalverboten gelöst werden. Zu unterschiedlich seien vor allem die als Mikro- und Nanopartikel auftretenden Zerfallsprodukte oder Nutzungsrückstände wie Kleiderfusseln oder Reifenabtrieb. Die Professorin für Umweltchemie an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) verweist in einem Artikel für die ETH-News überdies darauf, dass es noch viele fundamentale Forschungslücken gebe. Deshalb erteilt sie Pauschalverboten eine Absage.

Ihre dem Artikel zugrundeliegende Ausarbeitung, gemeinsam mit dem Nanopartikel-Experten Wendel Wohlleben in der Fachzeitschrift „nature communications“ veröffentlicht, trägt denn auch die Überschrift: „Die Regulierung von Mikroplastik sollte präziser sein, um Anreize sowohl für Innovation als auch für Umweltsicherheit zu schaffen“.

Heute mangele es an analytischen Werkzeugen, um Spuren feinster Kunststoffpartikel in der Umwelt oder in Organismen zu messen, schreibt Professorin Mitrano. Deshalb fehle auch ein systematisches Verständnis, wie Plastikpartikel mit Lebensprozessen wechselwirken.

Zum grossen Teil sei das Plastikproblem durch konsequentes Sammeln und Wiederverwenden von Plastikabfällen zu lösen. Kreislaufwirtschaft, besseres Abfallmanagement und die nötige Sensibilisierung könnten wesentlich dazu beitragen, den Kunststoffeintrag in die Umwelt zu senken. Dennoch sollte man Plastik durchaus regulieren, schreibt die Professorin. „Aber so, dass die Regeln als Katalysator für Innovation und bessere Praktiken dienen.“ Dazu müssten Restriktionen präzis fokussiert und durchsetzbar sein. gba 

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