ETH-Professor wirbt für elektronischen Franken

22. September 2017 11:13

Zürich - Laut Roger Wattenhofer werden Nationalbanken künftig elektronische Währungen rausgeben. Der elektronische Franken könnte etwa juristische Konzepte vereinfachen, erklärt der ETH-Professor. Gleichzeitig warnt er vor dem Verlust von Arbeitsplätzen.

Roger Wattenhofer, Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ist überzeugt, dass Nationalbanken künftig eigene Kryptowährungen ausgeben werden. Bis die Schweizerische Nationalbank (SNB) den elektronischen Schweizer Franken ausgibt, dürfte es allerdings noch dauern. „Ich habe den Eindruck, dass die Schweizer Nationalbank etwas konservativ ist – obwohl gerade in der Schweiz viel Knowhow vorhanden wäre“, so Wattenhofer in einem Interview mit ETH-News. An der ETH gibt es laut Wattenhofer Professoren, die sich gut mit dem Thema auskennen. Die Hochschule sei zuletzt auch zum „top research institution on blockchain technology“ gewählt worden.

Mit einem elektronischen Franken könnten Verträge rein digital aufgesetzt werden, erklärt der ETH-Professor. Das würde viele juristische Konzepte vereinfachen und beschleunigen, „weil man sich mathematisch präziser ausdrücken kann als sprachlich“.

Mit dieser Entwicklung werde sich auch das Berufsbild der Banker verändern, so Wattenhofer. Insgesamt ist er der Meinung, dass mit der Digitalisierung viele Arbeitsstellen wegfallen werden. Vollbeschäftigung sei ein Auslaufmodell. „Ich bin überrascht, dass dies von der Politik nicht stärker thematisiert wird“, so der ETH-Professor. „Die Politik sollte den Sozialstaat der Zukunft diskutieren.“ ssp

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