ETH ist bewohnbaren Planeten auf der Spur

17. Februar 2021 13:53

Zürich - Ein internationales Forscherteam kann mit einer neuen Beobachtungsmethode erdähnliche Planeten aufspüren, auf denen Leben existieren könnte. Die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH) ist an diesem Projekt beteiligt.

Forschende der ETH Zürich haben an der Europäischen Südsternwarte in Chile eine neue Messmethode mitentwickelt. Das internationale Team rücke damit dem Hauptziel der Exoplaneten-Forschung näher, heisst es in einer Medienmitteilung der Universität: dem Aufspüren von erdähnlichen Planeten, auf denen Leben möglich wäre. 

Mit den bisherigen Methoden habe man hauptsächlich Exoplaneten gefunden, die deutlich heller sind als erdähnliche Planeten. Diese grossen Himmelskörper befinden sich ausserhalb des Gebiets, in dem es flüssiges Wasser geben kann. Hingegen leuchten erdähnliche Planeten im mittleren Infrarotbereich am stärksten. Doch genau dort sind Messungen mit normalen Teleskopen schwierig, weil auch die Erde und ihre Atmosphäre in diesem Wellenbereich am stärksten leuchten. Das überdeckt schwache Lichtsignale von Exoplaneten.

In der neuen Studie ist es den Forschenden nun gelungen, mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte Messungen im mittleren Infrarotbereich durchzuführen. Dabei richteten sie dieses Teleskop fast 100 Stunden lang auf das Umfeld der beiden sehr nah beieinander liegenden Planeten Alpha Centauri A und B.

Für die Messungen setzten sie Techniken ein, die die Verzerrung des Lichts durch die Erdatmosphäre korrigieren und in sehr kurzen Abständen abwechselnd das Licht eines der beiden Centauri-Sterne blockieren. Das reduzierte das Signalrauschen. Tatsächlich entdeckten sie auf diese Weise in ihren Daten ein Lichtsignal, das von einem Neptun-grossen Planeten stammen könnte. Weiteren Aufschluss soll eine Kombination dieser Infrarotmessungen mit anderen Messmethoden bringen.

„Unsere Ergebnisse zeigen nun, dass wir mit diesem Vorgehen prinzipiell in der Lage sind, kleinere Gesteinsplaneten zu entdecken, auf denen es Leben geben könnte“, so Boehle. „Das ist eine markante Verbesserung zu den bisherigen Beobachtungsmethoden.“ mm

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