ETH ist Aerosolbildung auf der Spur

18. Januar 2021 10:09

Zürich - ETH-Forschende haben den Beginn der Aerosolbildung experimentell nachgestellt. Dabei konnten sie die flüchtige Komponente des Prozesses erstmals direkt nachweisen. Das hilft beim Modellieren der Wolkenbildung in der Atmosphäre, aber auch beim technischen Einsatz, etwa zur CO2-Abscheidung.

Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben neue Erkenntnisse über den ersten Schritt der Aerosolbildung gewonnen. Das Team um Professorin Ruth Signorell vom Departement Chemie und Angewandte Biowissenschaften entwickelte ein Experiment, um die ersten Mikrosekunden des sogenannten Nukleationsprozesses zu verstehen. Dabei konnten sie laut einer Mitteilung der ETH erstmals auch die flüchtige Komponente nachweisen. 

„Beobachtungen haben gezeigt, dass auch die flüchtigen Komponenten den Nukleationsprozess beeinflussen können“, wird Signorell darin zitiert. „Unklar war hingegen, wie dieser Mechanismus auf molekularem Niveau verstanden werden kann.“ Jetzt konnten die Forschenden aufzeigen, dass die flüchtige Komponente für die Bildung von Nukleationskeimen essenziell ist und diesen Vorgang beschleunigt.

Dank dieser Forschungsresultate könnten molekulare Mechanismen und deren Geschwindigkeit besser in Modellen erfasst werden, heisst es in der Mitteilung. Das helfe bei der Modellierung der Wolkenbildung in der Erdatmosphäre, könne aber auch eingesetzt werden, um die technische Bildung von Aerosolen effizienter zu gestalten. Als Beispiel führt die ETH die CO2-Abscheidung bei der Erdgasaufbereitung mittels schneller Kühlung an.

Die Arbeit des Teams wurde am 13. Januar im Fachblatt „ScienceAdvances“ veröffentlicht. mm

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