ETH-Geophysiker helfen Mongolei bei Erdwärme

15. April 2020 10:23

Zürich - Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeiten an der Erschliessung von Geothermie in der Mongolei. In dortigen Siedlungen liegt im Winter die Schadstoffbelastung der Atemluft durch Kohleheizungen bis zu 80-fach über dem Richtwert der WHO.

Geophysiker der ETH arbeiten in der mongolischen Stadt Tsetserleg an der Förderung der Geothermie. Sie könnte helfen, im Winter die enorme Schadstoffbelastung der Luft durch Kohleheizungen zu mindern. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza). Daran beteiligt ist auch die Mongolian Academy of Sciences

Um Tsetserleg in der Provinz Arkhangai ist im Untergrund heisses Magma aktiv. Es fördert in zahlreichen heissen Quellen bis zu 87 Grad heisses Wasser an die Oberfläche. Um mehr davon nutzbar zu machen, sind Bohrungen nötig. ETH-Forschende helfen nun dabei, durch das Auffinden geeigneter Bohrungsstellen Geothermie in grossem Massstab verfügbar zu machen.

Mit der Magnetotellurik verfügen sie dafür über eine valide Messmethode. Im vergangenen Sommer stellten sie ihre Messanlagen an 184 verschiedenen Orten auf. „Im nächsten Sommer werden wir dann in einer zweiten Kampagne gezielt diejenigen Stellen genauer untersuchen, die uns besonders vielversprechend erscheinen“, wird Oberassistent Friedemann Samrock in einer Mitteilung der ETH zitiert. Bei der Auswertung der Daten arbeiten die Forschenden mit der ETH-Gruppe für Magnetismus der Erde und Planeten (EPM) zusammen.

„Wir haben einen Doktoranden aus der Mongolei im Team, der nach Abschluss als Experte im Land weiterarbeiten wird“, erklärt Studienleiter Martin Saar, Professor für Geothermische Energie und Geofluide im Departement Erdwissenschaften. „Und wir werden nach Abschluss der Messkampagnen auch die Ausrüstung in der Mongolei lassen, damit die dortigen Geophysiker auch noch in anderen Gebieten nach heissem Grundwasser suchen können.“ mm

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