Die ETH-​Forscher Michele Gregorini (rechts) und Philippe Bechtold (links) haben ein Gerät entwickelt, das PCR-Tests in weniger als 20 Minuten vor Ort durchführt. Bild: Alessandro Della Bella/ETH Zürich

ETH-Forscher vereinfachen PCR-Tests

14. Dezember 2021 10:04

Zürich - Eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat ein Gerät entwickelt, das PCR-Tests in weniger als 20 Minuten vor Ort durchführt. Laboranalysen sind damit hinfällig. Damit würden die günstigen Tests auch in vielen Entwicklungsländern zugänglich.

Zwei Doktoranden des Functional Materials Laboratory an der ETH Zürich haben ein Medizingerät entwickelt, das die Durchführung von PCR-Tests grundlegend verändern soll: Anders als bei herkömmlichen Geräten dauern diese Tests gemäss eines Berichts der ETH nicht mehr je rund zwei Stunden, sondern weniger als 20 Minuten. Und vor allem können sie auf Knopfdruck direkt vor Ort durchgeführt werden.

Deshalb müssten hiesige Arztpraxen die Tests zur Bestimmung von Infektionskrankheiten nicht mehr in Laboren analysieren lassen, von wo die Ergebnisse erst nach ein, zwei Tagen mitgeteilt werden. Und in Entwicklungsländern, wo das Geld für Laboranalytik oftmals fehlt, würden PCR-Tests überhaupt erst zugänglich gemacht, so Philippe Bechtold.

Zusammen mit Michele Gregorini arbeitet er seit fünf Jahren an diesem kleinen, pyramidenförmigen Testgerät. Aufwändige Pipettierungen sind für die 45 Zyklen eines PCR-Tests nicht notwendig. Alle Reagenzien befinden sich in gefriergetrockneter Form bereits in den auswechselbaren Testkartuschen von der Grösse eines Kaffeepads.

Mit Beginn der Pandemie erhielten die beiden Forscher Fördergelder aus verschiedenen Quellen. Im Oktober 2020 gründeten sie gemeinsam mit ihrem Doktorvater, Professor Wendelin Stark, das Start-up Diaxxo. Laut dem Bericht wird die Liste der Interessenten von Tag zu Tag länger. Doch noch ist ihre Erfindung nicht als Medizingerät zugelassen, darf also noch nicht verkauft werden.

In der Zwischenzeit wird es jedoch bereits von Forschungspartnern wie dem Schweizer Tropen- und Public Health-Institut in einer Feldstudie auf Sansibar eingesetzt. Dort werden Schulkinder flächendeckend auf die parasitische Wurmerkrankung Schistosomiasis getestet. mm

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