ETH-Forscher lanciert Filter für Trinkwasser

02. November 2022 12:15

Zürich - Chemieingenieur Olivier Gröninger von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat einen Wasserfilter entwickelt, der verunreinigtes Wasser trinkbar macht. Im Rahmen einer Feldstudie wurden 100 dieser Filter in Betrieb genommen.

Olivier Gröninger, Postdoc an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), hat in den vergangenen fünf Jahren einen leistungsfähigen Wasserfilter entwickelt. Gemäss einer Medienmitteilung kann er verschiedene Stoffe filtern und ist dabei günstig in der Herstellung. 

Wie der Chemieingenieur im Rahmen einer Feldstudie in Kolumbien darlegen konnte, ist der Filter imstande, Flusswasser oder Wasser aus verschmutzen Brunnen zu reinigen und trinkbar zu machen. Insgesamt 100 dieser leistungsfähigen und leicht bedienbaren Filter seien dort und im Nachbarland Ecuador in ländlichen Gegenden aktiv. Rund 400 Menschen in ländlichen Regionen konnten das Wasser dank des ETH-Projekts anschliessend gefahrlos trinken, heisst es. Für die Feldversuche waren kommerziell erhältliche Membranen im Einsatz. Künftig soll auf eine von der ETH entwickelte Membran umgestellt werden. Diese komme bei der Herstellung ohne organische Lösungsmittel aus, sei extrem günstig, robust und nach Gebrauch biologisch abbaubar.

Dank der Zusammenarbeit mit einer lokalen Nichtregierungsorganisation liess sich die Akzeptanz in der Bevölkerung gewinnen, was der Forscher als zweite Hürde des Projekts erachtet. Über Gutscheine der Organisation konnten Familien die Filter günstiger kaufen.

Gröninger will den Filter für den Einsatz zur Trinkwasseraufbereitung patentieren lassen. Hierfür plant er die Gründung einer offiziellen ETH-​Ausgründung. Sein Forschungsprojekt Openversum ist einer von sechs Finalisten beim internationalen Hult Preis 2022. Im Frühjahr erhielt der Nachwuchsforscher für seine Arbeit den Community Prize beim Schweizer Jugend-​ und Zukunftspreis. heg

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