ETH-Forscher entwickelt Bluttests für daheim

26. Februar 2020 11:22

Zürich - Ein Doktorand der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat einen quantitativen Bluttest erfunden, der einfach zuhause auszuführen ist. Mit einem Pioneer-Stipendium der ETH will er seinen Prototypen jetzt zur Marktreife bringen.

Ein Stipendiat der ETH Zürich hat einen Bluttest entwickelt, der klein, portabel und einfach zu nutzen ist. Wie die ETH mitteilt, legte er die Grundlagen dafür in seiner Doktorarbeit. Einen Prototypen gibt es bereits. Damit hat sich Alexander Tanno ein Pioneer Fellowship gesichert. Dieses Förderinstrument der ETH und der ETH Foundation unterstützt Jungwissenschaftler bei der Entwicklung eines marktfähigen Produkts und der Gründung eines Start-ups. An der endgültigen Form dieser Bluttests tüftelt der Biomedizin-Ingenieur gemeinsam mit dem ETH-Doktoranden Yves Blickenstorfer. 

Tannos Erfindung ermöglicht Tests, die nicht nur positiv oder negativ sind. Sie können auch kleinste Mengen eines Blutbestandteils genau messen. Bisher könne etwa bei Infektionen oder chronischen Entzündungserkrankungen die Menge eines bestimmten Entzündungsfaktors im Blut nur beim Arzt oder im Spital gemessen werden. Das ist teuer und umständlich. Deshalb würden diese Messungen nur einmal im Jahr oder in grossen Abständen gemacht. „Mit einem portablen Schnelltest dagegen könnten Patienten jede Woche selbst Messungen machen“, sagt Tanno. Dadurch sähe man den Verlauf der Krankheit verlässlicher. Oder es liesse sich rascher feststellen, wie gut ein bestimmtes Medikament wirkt. Auch Screenings grösserer Bevölkerungsgruppen wären dadurch weniger aufwändig.

Das Verfahren nutzt eine chemische Reaktion aufgelöster Gold-Nanopartikel, bei der Strom entsteht. Es ist zum Patent angemeldet. mm

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