ETH-Forscher belauschen Wurzelwachstum

Um die Zusammenhänge des Ökosystems Erdboden besser verstehen zu können, müssten die grösstenteils noch unbekannten Vorgänge unter der Erde besser durchleuchtet werden, erläutert die ETH in einer Mitteilung. Weil sie jedoch schwer sichtbar zu machen sind, sind Forscher der ETH einen anderen Weg gegangen. Sie haben in Zusammenarbeit mit Kollegen vom französischen Institut national de la recherche agronomique (INRA) Wurzeln beim Wachsen und Würmer beim Graben belauscht. 

Dafür setzten die Forscher piezoelektrische Sensoren auf die Akustik des Erdbodens an. Die dabei erfassten, für das menschliche Ohr an sich nicht hörbaren Geräusche konnten eindeutig auf das Wachsen von Wurzeln und die Aktivität von Würmern zurückgeführt werden.

Die neue Methode eröffne „ein neues Fenster“ für die Wissenschaft, wird Dani Or vom Institut für Biogeochemie und Schadstoffdynamik der ETH Zürich in der Mitteilung zitiert. Ohne zu graben, könne aufgezeichnet werden, ob Wurzeln „tagsüber, in der Nacht, bei feuchtem oder bei trockenem Boden“ wachsen.

Die Forscher erhoffen sich von der akustischen Bodenanalyse beispielsweise Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Erdwürmern und Wurzelwachstum oder die Herausbildung von Bodenstrukturen. Dazu wollen sie die unter Laborbedingungen getestete Methode auch in Feldversuchen erproben. hs