ETH-Forschende zerlegen Kunststoff in seine Moleküle

24. März 2022 14:03

Zürich - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ist es gelungen, einen Kunststoff in seine molekularen Bauteile zu zerlegen. Aus ihnen können gleichwertige Kunststoffe hergestellt werden. Bisher entstehen bei Wiederverwertung meist niederwertigere Produkte.

Einer Gruppe von Forschenden der ETH um die ETH-Professorin für Polymere Materialien, Athina Anastasaki, sei es gelungen, bestimmte Kunststoffe in ihre Grundbausteine, sogenannte Monomere, zu zerlegen, informiert die ETH in einer Mitteilung. Dies sei „ein erster Schritt hin zur echten Wiederverwertung von Kunststoffen“. Bei der herkömmlichen Wiederverwertung von Kunststoffen können diese überwiegend nur zur Herstellung niederwertiger Produkte verwendet werden.

Die von den Forschenden aus Polymethacrylaten gewonnenen Monomere hingegen können zur Produktion des gleichen Polymers oder eines ebenfalls in seine Monomere zerlegbaren Hydrogels verwendet werden. Allerdings liessen sich nur Polymethacrylate zerlegen, die mit einem vergleichsweise teuren Verfahren hergestellt wurden. Um diesen Nachteil auszugleichen, arbeiten die Forschenden daran, die Methode für Anwendungen im grossen Massstab praktikabel zu machen.

Eine kurzfristige Lösung des Plastikmüllproblems wäre selbst damit aber nicht gefunden, wird in der Mitteilung klargestellt. Denn die meisten derzeit in der Kunststoffherstellung verwendeten Polymere lassen sich mit der von den Forschenden entwickelten Methode nicht in ihre Monomere zerlegen. Für eine grossflächige echte Wiederverwertung von Kunststoffen müssten also erst für eine Zerlegung geeignete neue Polymere zur Kunststoffherstellung verwendet werden. hs

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