ETH erhält Europas grösste geotechnische Zentrifuge

19. April 2021 10:15

Zürich - An der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entsteht die leistungsstärkste geotechnische Forschungszentrifuge Europas. Sie ermöglicht es, die Auswirkungen von Erdbeben, Bodenbewegungen und Überschwemmungen auf Bauwerke zu simulieren.

Auf dem Zürcher Campus Hönggerberg ist am ETH-Institut für Geotechnik das Herzstück des neuen Forschungszentrums für Zentrifugenmodellierung positioniert worden: Europas grösste geotechnische Zentrifuge. Sie ist generalüberholt und stammt aus Bochum, wo sie nicht mehr benötigt wird. Laut einer Medienmitteilung der ETH wird sie es den Forschenden ermöglichen, Auswirkungen von Erdbeben, Bodenbewegungen und wasserbedingten Gefahren auf Brücken, Dämme und Gebäude zu simulieren. Dadurch sollen sie gegen Risiken wie Erdrutsche, Tsunamis und Überschwemmungen abgesichert werden.

Die Zentrifuge verfügt über einen neun Meter langen Dreharm. Durch die Drehung lässt sich die Zentrifuge auf das 250-fache der Erdbeschleunigung (g) beschleunigen. Ihr Leistungsvermögen beträgt 500 gTonnen: In einem erhöhten Gravitationsfeld von 250 g kann sie bis zu zwei Tonnen tragen.

Sie wurde von einem Pneukran auf einen 245 Tonnen schweren Betonzylinder herabgelassen. Dieser ruht auf speziell ausgeführten Stahlfedern. Sie verhindern, dass sich die Vibrationen im Untergrund ausbreiten. So entsteht laut ETH nicht nur Europas grösste geotechnische Zentrifuge, sondern auch die erste weltweit, die schwingungsisoliert ist.

Voraussichtlich Ende des Jahres soll sie einsatzbereit sein, vorerst mit reduzierter Leistung. Voll funktionsfähig werde sie ab Spätsommer 2022 sein. mm

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