ETH entwickelt heilendes Verbandmaterial

09. Januar 2020 09:27

Zürich - Wissenschaftler der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben gemeinsam mit Forschenden aus Singapur einen neuartigen Wundverband hergestellt. Er wirkt blutstillend und verklebt nicht mit der verletzten Haut.

Forschende der ETH und der National University of Singapore (NUS) haben ein neuartiges Verbandmaterial entwickelt. Laut einer Mitteilung handelt es sich dabei um das erste Material, das gleichzeitig blutabweisend und gerinnungsfördernd ist. Es saugt sich nicht mit Blut voll, verklebt nicht mit der Wunde und lässt sich somit später einfacher abziehen. „Mit dem neuen superhydrophoben Material kann man vermeiden, dass die Wunde beim Verbandswechsel wieder aufreisst“, erklärt Postdoktorand Athanasios Milionis. 

Dafür beschichteten die Wissenschaftler klassisches Baumwoll-Gaze-Gewebe mit einem Gemisch aus Silikon und Kohlenstoff-Nanofasern. In Labortests konnten sie zeigen, dass Blut im Kontakt mit der beschichteten Gaze innerhalb nur weniger Minuten gerinnt. Der Grund dafür ist noch unklar und Gegenstand weiterer Untersuchungen. Das Team konnte ausserdem zeigen, dass dieses Wundmaterial antibakteriell wirkt. Bakterien können sich auf dieser Oberfläche kaum ansiedeln.

Die künftigen Anwendungsgebiete seien sehr breit, heisst es in der Mitteilung: in der Notfallmedizin und Chirurgie, um grosse Blutverluste zu vermeiden, aber auch als Heftpflaster in der Haus- und Reiseapotheke.

Die ETH und die NUS haben das neue Material zum Patent angemeldet. Bevor es beim Menschen angewandt werden kann, müssen sie es allerdings noch weiterentwickeln und seine Unbedenklichkeit erst an Tieren und schliesslich beim Menschen nachweisen. mm

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